Sonntag, 25. März 2012

O Sproß aus Isais Wurzel – Verkündigung des Herrn



Gebenedeit und hochverehrt bist du, Jungfrau Maria.
In unversehrter Jungfräulichkeit
bist du des Heilands Mutter geworden.
Jungfrau, Gottesgebärerin!
Er, den die ganze Welt nicht faßt,
er schloß bei seiner Menschwerdung
sich ein in deinen Schoß.

Dieses Graduale drückt in wunderbarer Weise aus, was in der Verkündigung beginnt: die Menschwerdung Gottes in Maria, der Jungfrau. In der Tat ist das etwas Unfaßbares, so unfaßbar, daß Maria, ein junges Mädchen, den Engel – dessen Kommen allein unfaßlich genug ist – zu fragen wagt: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Dem Geheimnis der Menschwerdung gedenken wir im Angelus mehrmals täglich voll Dankbarkeit, an Weihnachten wie auch am Hochfest der Verkündigung knien die Gläubigen nieder bei den Worten: hat Fleisch angenommen aus Maria, der Jungfrau. Weihnachten ist die Vollendung der Menschwerdung, das Eintreten des Engels bei Maria ihr Beginn. In jedem Jahr erhebt die ganze Kirche in den adventlichen O-Antiphonen ihre Stimme zu einem einzigen flehentlichen: Komm!

O Sproß aus Isais Wurzel, gesetzt zum Zeichen für die Völker –
vor dir verstummen die Herrscher der Erde, dich flehen an die Völker: o komm und errette uns, erhebe dich, säume nicht länger!
lautet die O-Antiphon, die am 19. Dezember gesungen wird. Isai (Jesse) war der Vater König Davids, dessen Geschlecht Maria und somit Christus entstammen. Vielfach vergleicht man Maria daher einem Reis, einer geheimnisvollen Rose, die diese Wurzel hervorgebracht hat und gleich mehrmals verweist daher die Liturgie des Stundengebets zum Fest Verkündigung des Herrn auf die Wurzel Jesse: Aus Isais Wurzel sproßt ein Reis hervor, und eine Blume geht auf aus seinem Wurzelstock, und darauf ruht der Geist des Herrn.

Den Augenblick der Verkündigung des Kommens des Erlösers nennt die Kirche den Angelpunkt der ganzen Menschheitsgeschichte.

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