Dienstag, 13. März 2012

1000 Kreuze für das Leben – Gegendemos




Einige Blogger berichten über die Störung der Aktion 1000 Kreuze für das Leben in Münster. In Berlin ist das mit der Gegendemo – deren einziger Zweck übrigens darin besteht, den Marsch zu stören – ja auch nicht immer so erfreulich: vom Werfen mit Kondomen auf die Teilnehmer des Marsches, mit brennenden Bibeln auf Bischöfe oder von Kreuzen in die Spree bis zum Eierwurf in der Kathedrale. Der erhebliche Polizeischutz, der dabei aufgeboten wird, dient einzig und allein dazu, die Teilnehmer einer absolut friedlichen und während des Marsches auch noch schweigenden Kundgebung vor der nicht ganz so friedliebenden Gegendemo zu schützen.

Etwas zuweilen schon grotesk zu nennendes ist, daß den Teilnehmern am 1000-Kreuze-Marsch immer wieder ein „völkisches Familienverständnis“ [sic!] unterstellt wird, überzeugte Christen sich also unversehens in der rechten Szene wiederfinden, gleichzeitig aber die Gegendemonstration (die vor dem Marsch solche Anschuldigungen überhaupt erst erhebt) Einstellungen zum Ausdruck bringt, die für Unrechtsregimes kennzeichnend sind, wie etwa als mißliebig angesehenen Frauen die Kinder wegzunehmen.

Hier kann man sich ein Bild von der Gegendemo des letzten Jahres machen. Am sprechendsten finde ich das Bild oben, denn es spricht Bände vom Verständnis, das diejenigen Begriffen wie Leben, Demokratie und Toleranz entgegenbringen. Daß das Herzchen in der Mitte sich dazu lieber eine dunkle Brille aufgesetzt hat, kann ich sogar verstehen, mit einem so dämlichen Transparent würde ich auch lieber nicht gesehen werden. Warum es dann also überhaupt mitnehmen? Der rechts hält sich lieber gleich das Schild vors Gesicht. „Mind your own … business“ – genau das tun die Teilnehmer am Marsch für das Leben übrigens gerade. Unten: achtet mal auf den Mann mit dem schwarzen Transparent, der will da grade was ganz Ungesetzliches machen. Cool ist die Reaktion des Demonstranten davor – waffnet euch mit dem Zeichen des Kreuzes!

Kommentare:

Phil hat gesagt…

Toll ist wie dieselben Pfosten, die "kein Gott ,kein Staat, kein Patriarchat skandieren dann doch den Staat in seinem Griff auf die Kinderbetten haben wollen (in der Form der Entziehung des Sorgerechts).

Braut des Lammes hat gesagt…

Essato, danke.

Vincentius Lerinensis hat gesagt…

Diesen Spruch mit Maria und der Abtreibung habe ich ehrlichgesagt immer noch nicht verstanden. Merken die nicht, daß das ein absolutes Eigentor ist?

Braut des Lammes hat gesagt…

Wir stellten bei der selben Demo fest, daß uns die Äußerungen der Gegendemo eigentlich sämtlich ziemlich wirr vorkamen. Der Spruch reimt sich halt, das wirds sein.

Phil hat gesagt…

Grandios fand ich btw. den Konterspruch, den jemand auf einem Schild hatte: "Hätt Maria abgetrieben würden wir nicht Feinde lieben".

Aber was anderes: Ich frage mich, ob man nicht zumindest einige Gegendemonstranten im Vorfeld positiv verunsichern kann. Es ist doch so: Leute denken, gegen Abtreibung sein würde es hier nur um was religiöses gehen. Deshalb auch grandiose Sprüche wie "Wir sind gekommen, um eure religiösen Gefühle zu verletzen". Ganz davon abgesehen, daß eine Religion, die sich auf einen Gott, der den Gang zum Kreuz nicht schmähte zurückführt, wir da vllt in anderen Kategorien denken, geht sowas vollkommen an der Abtreibungsdebatte vorbei.

Uns geht es hier nicht einfach um was religiöses (auch wenn natürlich unser Ethikverständnis mit dem christlichen Menschenbild verbunden ist, und damentsprechend, liebes grinsendes Mädel mit Hut auf Bild 2, nicht nur ein Homosexueller lebens- und liebenswert ist). Es geht um die Frage der menschlichen Verfügbarkeit von Leben. Sollte nicht auch diese ganze "pro choice"-community mal dieser Gedanke, auch ganz weltlich etwas besorgt stimmen?

Und nun kommen wir zu dem, was ich sagen will: Er sollte es, meinen einige Homosexuelle(!) in Amiland: http://plagal.org/index.html
Aus homosexueller Logik durchaus begreifbar; wenn nämlich Homosexualität wirklich in den Genen verankert ist (worüber man streiten kann, aber anderes Thema), dann wird es irgendwann Leute geben, die "gerne einen Enkel hätten" oder ähnliches. So die Sorge der PLAGAL-Damen und Herren, und letztlich sprechen sie einen Punkt an: Möchten wir wirklich in einer Gesellschaft leben, die ggf "jemanden wie uns" aus der Gesellschaft entfernen will? Schließlich läßt sich die Gen-Argumentation auch auf Leute, die eher zur Fettleibigkeit neigen oder, leider schon grausam aktuell, Frauen münzen (hier könnte man auf einige Feminists 4 life Dinge hinweisen)....

Langer rede, kurzer Sinn: Ich überlege, im Vorfeld des besagten Marsches mal durch die Sozialwissenschaften berliner Unis zu gehen und zu gucken, ob es dort Aufrufe zur Gegendemo gibt. Wenn das der Fall ist, überlege ich, von PLAGAL oder anderen säkulären Lebensschützer-Organisationen dort Flyer aufzuhängen.

Braut des Lammes hat gesagt…

Also, zu dem Transparent der besagten Frau ist mir seinerzeit wirklich nur eingefallen: natürlich, was ist das überhaupt für eine Frage? Der Versuch, die Katholiken - ich nehme an, die sind im Detail gemeint - in eine Ecke zu stellen, in der sie Leben je nach sexueller Ausrichtung ggf. womöglich als lebensunwert ansähe, ist intellektuell einfach unredlich.

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