Montag, 27. Februar 2012

Wahrer Gott und wahrer Mensch

Vom Thema Kunst und Wunst[1] war blogozesenmäßig die Rede. Zur Kunst fällt mir ziemlich viel ein, ein wesenhafter Zug derselben ist für mich, daß sie die Kraft hat, mein Herz zu berühren. Dazu muß nicht die Technik meisterhaft oder der Name des Malers groß sein, es ist eben das Angerührtsein.

Dieses Bild des russischen Malers Iwan Nikolajewitsch Kramskoi von 1872 ist ein solches. Ich finde es wunderbar, wie der Maler den fastenden und betenden Christus in der Wüste dargestellt hat und auch die tiefe Einsamkeit, die er ausstrahlt. Das abgetragene, schon fast ausgefranste Gewand und die verinnerlichte Haltung des abgezehrten und barfüßigen Herrn inmitten dieser Steinwüste tun ein übriges. Wahrer Gott und wahrer Mensch – hier ist dem Maler gelungen, uns den zutiefst menschlichen Jesus Christus in all seiner Entäußerung vor Augen zu stellen.

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[1] Zum Thema Wunst fiele mir auch manches ein, vielleicht schreibe ich dazu noch einen eigenen Beitrag; irgendwie bring ich es aber bisher nicht fertig. Wunst ist so furchtbar, soll man die auch noch verbloggen? Und wer braucht schon Wunst, wenn wir Kunst haben?

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