Sonntag, 19. Februar 2012

Quinquagesima

Die Liturgie des heutigen Sonntags[1] bietet schon einen Blick und eigentlich eine vollendete Zusammenschau der Fastenzeit:
Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten.
Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste.
Das Volk, das ich mir erschaffen habe, wird meinen Ruhm verkünden. …
Ich, ich bin es, der um meinetwillen deine Vergehen auslöscht, ich denke nicht mehr an deine Sünden.
Vom Halleluja haben wir uns – jedenfalls die Sonntagsgemeinde – mit dem schönen Hallelujaruf verabschiedet, bei dem die Gemeinde auf einem langgezogenen A-a-ah endet. Der Zelebrant hatte die Ruhe weg. Schön! Und mir ist ein weiteres Mal aufgefallen, was auch ein Grund dafür ist, wieso ich der Mundkommunion eindeutig den Vorzug gebe: Zum einen nimmt sich der Zelebrant auch zu ihrer Spendung meist mehr Zeit – es gibt Zelebranten, die einem schönerweise auch die Hostienschale unters Kinn halten –, zum anderen aber, und darauf wollte ich hinaus: wenn ich knie, hält mir der Priester beim „Der Leib Christi“ den Leib des Herrn vor Augen[2], manchmal segnet er mich sogar noch mit dem Allerheiligsten, bevor er mir die Kommunion reicht. Auf diese Weise tritt der Spender hinter dem Leib des Herrn, den er reicht, vollkommen zurück und ich sehe nur den Herrn (und er mich).

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[1] Zuweilen frage ich mich, ob die in den Wochen vor der Fastenzeit erscheinenden Lesungen von der Heilung des Blindgeborenen und des Gelähmten Relikte der früheren Sonntage der Vorfastenzeit sind?
[2] Bei der Kommunionspendung, bei der der Empfänger steht, halten die Spender den Leib des Herrn dagegen meist in ihrer Augenhöhe.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

im überlieferten Ritus haben wir heute in der Tat den dritten Sonntag der Vorfastenzeit "Quinquagesima", auch "esto mihi" genannt. Ich war in der Vorabendmesse und war etwas enttäuscht: eine "Faschingspredigt" in Reimform, nichtssagende Lieder- ich hätte mir ausserdem nocheinmal ein schönes,kraftvolles Orgelausspiel gewünscht, da dies in den nächsten Wochen ausfällt (ausser an Laetare).
l.G. M

Braut des Lammes hat gesagt…

Ah, ja stimmt: Estomihi war einer der Namen, die mich auf meiner Stempelkarte für die Konfirmation beieindruckt haben.

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