Donnerstag, 2. Februar 2012

(Fast) einmalige Gelegenheit morgen… der Blasiussegen

Bei Bildern von der Spendung des Blasiussegens ist mir aufgefallen, daß zumindest in Amerika offenbar auch die Variante verbreitet ist, die Blasiuskerzen so an den Hals anzulegen, daß man sie unmöglich dabei anzünden kann. Wirkt auf mich etwas seltsam, Kerzen ohne Licht, aber na ja, Brauch ist halt Brauch. In der Akademiekirche hat der Pfarrer bei der Segensspendung auch immer zusätzlich die Hand aufgelegt, das finde ich vom Sinn her sehr schön.

Da vor einiger Zeit jemand gefragt hat: der Blasiussegen gehört zu den heilswirksamen Zeichen der Kirche, den Sakramentalien. Damit ein solches Zeichen das tun kann, was es besagt, zum Heil gereichen, ist der Glaube des Empfangenden erforderlich (anders als bei den Sakramenten, die ihre Wirksamkeit aus sich heraus entfalten). Den Blasiussegen darf man auch empfangen, wenn man (noch) nicht katholisch ist. Der Segen wird hierzulande meist im Anschluß an die Heilige Messe erteilt. Der Priester oder der Diakon segnet alle, die vor ihn hintreten, mit den Worten:
Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
oder
Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn.
Die Gläubigen können dabei knien oder stehen, wo der Segen an der Kommunionbank erteilt wird, kniet man meines Erachtens besser.

Die Form der Kerzen und Leuchter, die zur Segensspendung verwendet werden, variieren – da gibt es ganz lange Kerzen, wie auf dem Andachtsbildchen, auf dem der Heilige selbst den Segen spendet, von dem dieser seinen Namen hat, „verzwirbelte“, einfache Kirchenkerzen, gekreuzt und mit rotem Band – rot wegen der Tagesfarbe des Märtyrers – zusammengebundene und den klassischen Leuchter, den man nur für diese ein- zwei Tage im Jahr braucht. Hier eine kleine Galerie, darunter zur Feier des Tages auch Bilder mit hohem Mantillafaktor.

Die schlichteste Variante
(die gefällt mir schon wegen des roten Bandes am besten)

Kardinal Sterzinsky bei der Spendung des Segens
mit brennenden Kerzen in einer hiesigen Kirche
die amerikanische Variante
…und die Kombination: rotes Band,
brennende Kerzen, wagemutiger Spender

Kommentare:

Roger Michael hat gesagt…

Wie ist das mit dem Blasisussegen? Bei uns in der Pfarrei macht das nebst dem Pfarrer noch die Katechetin, eben wie bei der Kommunionausteilung. Ist diese Segenspendung den Geweihten (Diakon, Priester) vorbehalten oder kann das auch ein Laie tun?
Vergelts Gott für ein Antwort?

Braut des Lammes hat gesagt…

Also grundsätzlich ist es so, daß solche Segnungen (wie auch die Spendung des Aschenkreuzes) auch von Laien vorgenommen werden können. Andererseits gilt aber auch, daß eine Segnung um so mehr den Weiheträgern vorbehalten gleibt, je mehr sie das kirchliche und sakramentale Leben betrifft. (Katechismus 1669)

Rein persönlich finde es einfach unangebracht, daß sich, wo ein Geistlicher da ist, ein Laie dazustellt und ganz selbstverständlich mitsegnet.

Klemens hat gesagt…

Bei uns haben heute morgen selbstverständlich der Regens und der Spiritual den Blasiussegen gespendet und der Regens hat dazu auch die Hand aufgelegt, was ich persönlich auch als sehr schön empfinde.

Wir hatten dazu auch einfach die langen schmalen Kerzen und mit einem roten Band zusammengebunden.
Ich glaube, diese festen Halter sind ziemlich unsinnig, solange man noch halbwegs Motorik in der Hand hat und nicht sinnlos Geld zum Fenster hinauswerfen will...

Rosenrot hat gesagt…

Also es ist gewiss nicht so, dass sich ein Laie neben den Priester stellt und mit zu segnen beginnt einfach so aus sich heraus! Wird halt der Pfarrer den oder die Laiin (*gg*) drum gebeten haben. Bei uns wäre das unvorstellbar, dass das ein Laie macht, und würde man mich drum fragen, würde ich Nein sagen, außer der Pfarrer ist krank, aber dann ist ohnehin keine Messe und dann kommt auch keiner zum Blasiussegen, also stellt sich die Frage so wie so nicht. Ich frage mich, was die Priester überhaupt noch tun wollen, wenn sie dafür auch schon "Unterstützung" brauchen. Ansonsten Ja, wenn ein Priester da ist, soll er das auch selber machen und nicht delegieren, denn ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass da 500 Leute um den Blasiussegen anstehen, dass man einen Laien als Helfer irgendwie rechtfertigen könnte. Nun ja, inzwischen wundere ich mich aber über fast nichts mehr...

Braut des Lammes hat gesagt…

Das war derselbe Spender, deshalb. :} Mit den Haltern hast du recht, besonders schön sind sie ja auch nicht – hierzukirch fliegen noch Jugendstilhalter zum Zusammenbasteln herum, die hätte ich allerdings gern). Die Kerzen von Hand zusammenzuhalten, was ich auch schon gesehen hab, kommt mir für den Spender allerdings einigermaßen mühsam vor.

Braut des Lammes hat gesagt…

@Rosenrot: na ja, es gibt den Soda-Spender. Der heißt so, weil er so da ist. Ich sehe das eher wie du, es sei denn der Priester wäre so gebrechlich, daß er mir leidtäte, aber mancher denkt da halt anders.

Klemens hat gesagt…

ja, das hab ich mir schon gedacht, dass es deselbe spender war ;)
oh...jugendstilhalter... also wenn solche sachen mit ner gewissen tradition in der jeweiligen gemeinde verbunden sind, würde ich sie auch nehmen.

die kerzen mit der hand zusammenhalten? das wird aber anstrengend wenn die gemeinde etwas größer ist...

cassandra_mmviii hat gesagt…

Bei uns gab es überhaupt keinen Blasiussegen, weder mit Kerzenhalter noch ohne.

Ich überlege, ob ich mein Halsweh dadrauf schieben kann.

Braut des Lammes hat gesagt…

Schade. Kann man nicht drum fragen? Also, bei mir wirkt er.

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