Montag, 16. Januar 2012

Statt Silly hats…

…zur Abwechslung mal Silly arts. Ich suchte ein bestimmtes Bild von Vermeer (nicht das Mädchen mit dem Perlohrring).

Ich frag mich zwar, wie derjenige darauf gekommen sein mag, allerdings fühle ich mich grade so, denn gestern abend hat jemand das Kunststück fertiggebracht, mir meine Winterjacke zu stehlen. Zwar habe ich sie jetzt mehrere Winter getragen, und die Wolle war an einer Stelle papierdünn, trotzdem hab ich diese Jacke sehr geliebt, sie war gut und zeitlos geschnitten (man konnte im Prinzip beliebig viele Wollpullover drunter tragen) und aus guter schwarzer Schurwolle. Sowas find erst mal wieder.

Was für Menschen tun sowas? In einer bitterkalten Nacht einem anderen die Jacke stehlen? Und hätte er sie nicht lieber jemandem stehlen können, der wenigstens eine Winterjacke mehr hat als ich? Daß er sie keinem Reichen gestohlen hat, wußte der Dieb. Wir haben die, die später einzig als Diebe in Frage kamen, gesehen. Zwei Afrikaner, einer hat mich sogar angesprochen, weil er mich um Zigaretten angeschnorrt hat. Ich hatte schon so ein komisches Gefühl, weil er sich hinter mir herumgedrückt hat. Als ich mich daraufhin umgedreht hab, kam die Frage nach Zigaretten. Eine „klassische“ Situation: eine Frage zur Ablenkung stellen und vorher oder hinterher zuschlagen, er oder sein Kumpel. Was will man dagegen tun? Niemandem mehr eine Frage beantworten?

Das ist jetzt das zweite Mal innerhalb der letzten Jahre, daß man mich in eben demselben Kiez bestohlen hat. Das letzte Mal wars mein Hello-Kitty-Rucksack (der kam allerdings nach Entnahme der Wertsachen zu mir zurück, also Glück im Unglück. Außerdem hatte die Sache wegen des hübschen Polizisten einen gewissen Unterhaltungswert, der mir diesmal vollkommen fehlt. Es sei denn, ich ginge zur Polizei und der Polizist wäre immer noch da. Die Wache ist gleich um die Ecke, da gehört sie ja offenbar auch hin).

Mir ist dabei in den Sinn gekommen, daß Diebstahl irgendwie auch ein Angriff auf die eigene Unversehrtheit ist – jedenfalls hats mir jeweils einen Schock versetzt. Vielleicht, daß man ja oftmals in dem Bewußtsein lebt, daß schlimme Dinge nur den anderen zustoßen, einem selbst dagegen nicht – sonst könnte man nicht überleben und geistig gesund bleiben.

Die Rechte der Migranten achten, dafür bin ich auch. Es wäre halt schön, wenn sich Asylanten hier nicht wie undankbare Gäste verhalten. Ein scheußlicher Gedanke ist mir auch, daß der Dieb die Jacke, nachdem er bemerkt hat, daß sich nichts darin befand, was man verticken oder verrauchen kann, wahrscheinlich einfach irgendwo hingeworfen hat. Nun hab ich keine Jacke und der Dieb ist ein Schuft, indes muß er das selbst verantworten. Ich hab heut erstmal einen uralten Mantel von gefühlten fünf Pfund Katzenhaar befreit (merke: dieser Kleiderschrank bleibt künftig immer zu). Seufz.

Oben noch ein Fahndungsfoto – nicht von mir, sondern von der Jacke. Hohe Belohnung! ;7

Kommentare:

Tiberius hat gesagt…

Das tut mir wirklich leid. Ich kann das mit dem Angriff auf die eigene Unversehrtheit gut verstehen. Mir hat man mal ein Fahrrad vom Hof gestohlen. Warum? - Man weiß es nicht! Es hat mich sehr verletzt.

Braut des Lammes hat gesagt…

Lieben Dank für die freundliche Anteilnahme. Das mit dem Rad hatte ich auch schon mal, in Berlin allerdings noch nicht. Ich konnte es auch jedesmal erstmal nicht glauben, daß die Sachen wirklich weg sind.

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