Dienstag, 31. Januar 2012

Sakramentalien – das Rundum-Sorglos-Paket


Ecce sponsus venit schreibt über die Vorabspendung des Blasiussegens und Lichtmeß im Januar. Ganz so arg ist es bei uns nicht (eine Kerzenweihe im Januar hab ich wirklich noch nie erlebt), in der Tat hab ich mich aber seit einigen Jahren auch schon über dieses Rundum-Sorglos-Paket gewundert, bei dem der Blasiussegen nicht nur am Tag des Heiligen selbst, sondern ganz selbstverständlich auch an Lichtmeß und in allen Sonntagsmessen danach gespendet wird. Ähnliches gilt auch für das Aschenkreuz, das gibts ebenfalls am Sonntag danach in allen Sonntagsmessen.

Man verstehe mich recht, es kann immer einmal vorkommen, daß jemand am Tag, der eigentlich für die Spendung vorgesehen ist, nicht kann, und wer in diesem Fall darum bittet, sollte sicherlich die Möglichkeit haben, Segnung oder Asche noch zu empfangen. Ob nun aber der Ansatz, dies standardmäßig in möglichst vielen Messen vorher und nachher anzubieten und damit den Tag seines eigentlichen Besonderen zu entkleiden, so glücklich ist, das bezweifle ich.

Mancher, der es ohne weiteres könnte, macht sich gar nicht mehr die Mühe, am Aschermittwoch in die Kirche zu kommen[1] – Asche, wenn er denn will, bekommt er ja auch noch am ersten Fastensonntag. Daß er die Feier des Aschermittwochsgottesdienstes (und damit den eigentlichen Beginn der Fastenzeit), zu der die Aschenweihe und die Spendung des Aschenkreuzes unter dem Gesang des wunderschönen Attende Domine ja integral gehört, dabei versäumt, scheint den Gläubigen aus dem Bewußtsein zu schwinden. Andere wiederum gehen viermal zur Spendung des Blasiussegens oder des Aschenkreuzes und man hat das Gefühl, auch der hat etwas Wesentliches nicht verstanden.

Was ich sagen will: man sollte die Spendung eines besonderen Segens oder Zeichens wenn irgend möglich an dem Tag lassen, zu dem sie gehört – und den Gläubigen den Empfang dieser Sakramentalien dann auch ermöglichen – denn diese besonderen Blüten gehören zum Kranz des Kirchenjahres dazu und zeichnen diese Tage aus.

Erfreulicherweise zeichnet sich hierzukirch gerade in Bezug auf die Kerzenweihe an Lichtmeß eine Trendwende ab: es wird dieses Jahr nur die Kerzenweihe am Fest der Darstellung des Herrn geben, wohin sie eigentlich gehört. Weiter so! :)

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[1] Für Aschermittwoch gilt zudem eigentlich zudem: Schüler und Arbeitnehmer können für den Besuch eines Aschermittwochsgottesdienstes von der Schule bzw. Arbeit freigestellt werden. Daß manche in Zeiten zunehmenden Drucks auf die Arbeitnehmer zögerlich sind, solche Befreiungen in Anspruch zu nehmen, ist eine andere Sache. Grundsätzlich ist es aber möglich. Auch gibt es an Aschermittwoch vielfach Abendgottesdienste.

Kommentare:

cassandra_mmviii hat gesagt…

Kerzensegen am Blasiustag? Äh... ein klarer Fall von äh... das kenne ich nicht.
Insgesamt scheint man da wo ich herbin mit dem Segnen insgesamt eher zurückhaltender zu sein.

Ich bin da gersde etws zwiegespalte, man sollte den besonderen Tag nicht nach sonstewo "verlängern", aber zu sparsam ist auch nicht der Königsweg.

Am Vorabend sollte schon okay sein oder am Sonntag nachholen. Ich weiss, das kollidiert dann immer mit irgendwas anderem, aber wenn man zB an Mariä Aufnahme in den Himmel arbeiten musste weil man im "Protestantenkernland" wohnt und nicht so oft frei kriegt, aber auf den Feiertag trotzdem nicht verzichten möchte, oder wenn der Priester es nicht schafft, überall gleichzeitig zu sein ist das, denke ich, eine Möglichkeit.

Sursum corda hat gesagt…

In Bezug auf den Blasiussegen wäre ich nicht gar so streng. Hier in Paderborn wird er im Rahmen eines uralten "Blasius-Triduums" drei Tage lang stündlich gespendet, und zwar nicht mit den üblichen Kerzen, sondern durch Aufsetzen des Kopfreliquiares des Heiligen.
Näheres:
http://www.liborius-paderborn.de/liborius/index.phtml?ber_id=247&inh_id=1062

Johannes hat gesagt…

Wenn ich so drüber nachdenke...Eigentlich hast Du Recht! Einfach auf den Tag und gut is. Vielleicht entdeckt der eine oder andere ja die kleinen Messen mal für sich?!

Braut des Lammes hat gesagt…

Das mit der Kerzenweihe am Blasiustag ist ein Mißverständnis, zumindest ich habe das noch nie erlebt. Gemeint war, es gibt die Kerzenweihe am Fest Mariä Lichtmeß (wohin sie gehört) und nicht am Sonntag danach.

In Bezug auf den Blasiussegen gibt offenbar schon lange die Möglichkeit, ihn schon am Vorabend, nach der Messe von Mariä Lichtmess zu empfangen. Eigentlich verbindet die beiden Feste m. E. nur, daß man die soeben gesegneten Kerzen dann gleich verwenden kann. Hier finde ich die Spendung auch noch am Sonntag danach und wie Ecce andeutet, auch schon vor Lichtmeß auf jeden Fall overdone.
Wo natürlich ein besonderes Brauchtum besteht, wie die Segnung mit der Reliquie (ist ja interessant!), ist es vielleicht doch noch was anderes.

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