Samstag, 14. Januar 2012

Edouard Boubat – meine Bilder gehören nicht mir

Noch einige Bilder von Edouard Boubat, der das Bild von dem spanischen Erstkommunionkind weiter unten gemacht hat. Die Bilder dieses französischen Fotografen strahlen eine tiefe Verletzlichkeit aus. Obwohl es Fotografien sind, könnte man sie sich stundenlang ansehen. Vielleicht ist es die Art und Weise, wie er das Licht einfängt, vielleicht auch, daß es sich fast ausschließlich um Schwarz-Weiß-Aufnahmen handelt, was meine Theorie bestätigt, daß man „auf Schwarz-Weiß“ irgendwie schärfer sieht (manchmal nehme ich beim Fernsehen die Farbe raus – es hat was).

Boubat, der 1923 in Montmartre geboren wurde, begann um 1945 mit dem Fotografieren. Als Antwort auf Greuel und Zerstörung des zweiten Weltkriegs strebte er danach, Bilder zu schaffen, die das Leben zum Inhalt hatten. Bilder von Frauen scheinen ihm dabei besonders gelegen zu haben, jedenfalls finde ich das. „Leben ist Verletzlichkeit“, sagte er einmal. Diese Verletzlichkeit und die Schönheit, die darin liegt, spiegelt sich in außerordentlichem Maße in seinem Schaffen wider. Boubat, der viele seiner Bilder auf Reisen aufnahm, hatte die Gewohnheit, Menschen, buchstäblich auf der Straße– oder an einem anderen Ort, an dem sie sich vertraut fühlten, anzusprechen und zu fotografieren. Ob er die Katzen auf dem Dach auch angesprochen hat, um ihr Vertrauen gewinnen, weiß ich nicht, aber es sieht fast so aus. Edouard Boubat starb 1999, einer seiner Biographen nannte ihn „einen Botschafter des Friedens“.







1 Kommentar:

Dorothea hat gesagt…

Wirklich sehr schön.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...