Samstag, 21. Januar 2012

Das Lied, das kein anderer singen kann – zum Fest der hl. Agnes

Mit einem Ring hat mich Christus, mein Herr, zur Treue verpflichtet und mich als Braut geschmückt mit einem Kranz. (erste Antiphon zu den Laudes)
Die hl. Agnes ist die Ikone der Jungfrauen schlechthin. Viele der Antiphonen des Festes der Heiligen haben Eingang in den Ritus der Consecratio virginum gefunden; eine davon steht hier im Blog in der rechten Spalte:
Seht, was ich begehrte, schon sehe ich es; was ich erhoffte, schon halte ich es: ihm bin ich im Himmel verbunden, den ich auf Erden mit ganzer Hingabe liebe.

Eine andere singt die Neugeweihte unmittelbar nach der Übergabe der Zeichen, die sie als Braut Christi kennzeichnen:
Ich bin mit ihm vermählt, dem die Engel dienen und dessen Schönheit Sonne und Mond bewundern.
Diese wunderbare Antiphon ist so freudig und faßt das eben Geschehene so gut zusammen, daß sie für mich ganz leicht und wie von selbst zu singen war (schönerweise konnte ich dabei noch knien, obwohl das Pontifikale eigentlich die Rückkehr zum Platz und den Gesang im Stehen vorsieht. Ich fand es sehr angemessen).

Die dritte Antiphon der Vesper
Ich preise dich, Vater meines Herrn Jesus Christus, denn durch ihn, deinen Sohn, hast du deiner Magd den Sieg verliehen
erinnert an das Matthäusevangelium, in dem Jesus sich mit denselben Worten an den Vater wendet: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. (Mt 11, 25-26) Diesen Gedanken finden wir auch in der ersten Lesung vom Fest der hl. Agnes: sie spricht vom Törichten, Schwachen, Niedrigen und Verachteten in der Welt, das Gott erwählt hat. Ich finde das einen wunderbaren Gedanken.

Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn – in der Tat mag es in den Augen der Welt, der Weisen im irdischen Sinn, kaum etwas Törichteres, in manchen Augen auch Verachtenswerteres geben, als daß jemand auf irdische Freuden verzichtet um Christi willen, ja sogar sein Leben dafür hingibt. Die Jungfrauen wissen jedoch, auf wen sie vertraut haben.

Von den jungfräulichen Menschen heißt es in der Offenbarung, daß sie dem Lamm folgen und ein Lied singen, das kein anderer singen kann. Was mag das für ein Lied sein? Einst werden wir es wissen. Vielleicht ist es: ihm bin ich im Himmel verbunden, den ich auf Erden mit ganzer Hingabe liebte, wahrscheinlich aber ist es ein unvorstellbar schöner Gesang.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Danke für die wunderschönen Seiten und Eure Arbeit. Ich habe die Web-Adresse zu meinen Bookmarks hinzugefügt. Meine Frau hat heute Namenstag. In der Kirche von Obergurgl hängt ein Bild von der hl. Agnes mit der Aufschrift "Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen." Das paßt auch zu meiner Frau.
Heilige Agnes, bitte für uns!

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