Mittwoch, 7. Dezember 2011

We do hermits, but we do not do virgins

Hier hatte ich geschrieben, daß die geweihte Jungfrau eine besondere Bindung an ihren Ortbischof und ihre Diözese hat, dem einen ist sie unterstellt, das andere ist zuvorderst die vielzitierte „Welt“. Da der Beitrag ohnedies lang war, habe ich an dieser Stelle auf die ausführende Anmerkung verzichtet, daß dies nicht bedeutet, daß man etwa nicht in ein anderes Bistum ziehen könnte. Mit der Weihe wird die Jungfrau in den Ordo virginum aufgenommen, einen Stand der Kirche, der natürlich weltumspannend ist. Ähnlich wie ein Diözesanpriester, ohne daß dies wesenhaft vergleichbar ist, ist sie allerdings der Diözese besonders verbunden, in der sie lebt und betet, besonders für ihren Bischof, seine Priester, in den Anliegen des Bistums und seiner Gläubigen.

In der Tat soll sich daher eine geweihte Jungfrau, bevor sie in ein anderes Bistum zieht, an ihren Bischof wenden, damit dieser etwa einen einführenden Brief an ihren neuen Bischof schreiben kann. Auch soll sie vorher selbst schriftlich mit dem Bischof ihrer neuen Heimatdiözese in Kontakt treten und sich ihm nach dem Umzug bei passender Gelegenheit vorstellen. Was dabei herauskommen kann, lädt im Einzelfall offenbar auch einmal zum Extreme headbanging ein. Anläßlich eines Umzugs hat eine amerikanische Mitschwester kürzlich um einen Gesprächstermin mit ihrem neuen Ortbischof nachgesucht. Im folgenden wurde sie vom Generalvikar des Bistums empfangen, der die unvergeßlichen Worte fand: „We met and we decided that we do hermits, but we do not do virgins.“

Oh?! Father Z., bei dem diese Begebenheit nachzulesen ist, konstatiert daraufhin zu Recht:
A gratifyingly amusing sentiment from a cynical point of view, no matter how stupefyingly tone deaf that vicar general was.
Die Mitschwester hat natürlich jetzt ein Problem. Am besten wird sie vielleicht Eremitin, für die fühlt sich das Bistum ja offenbar zuständig. Der Herr Jesus hätte damals in seinem Gleichnis vielleicht auch besser von den klugen und den törichten Eremiten gesprochen, dann hätten sich die Kirchenväter, wie etwa der hl. Ambrosius, den wir heute feiern, ihre ganzen Briefe, Predigten und Ermahnungen an die geweihten Jungfrauen sparen können. Und die Jungfrau Maria zieht sich vielleicht mit Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia und all den anderen heiligen Eremitinnen Jungfrauen auch am besten auch in eine Einsiedlei zurück. (Wer Unfug findet, darf ihn behalten.)

Kommentare:

Sr. Bernadetta hat gesagt…

Ich wollte einfach mal wieder einen lieben Gruß da lassen, und für die sehr informativen Berichte und die schönen Bilder dazu bedanken. Außerdem wollte ich dir eine besinnliche Adventszeit und einen schönen Feiertag morgen wünschen.
Alles Liebe
Sr. Bernadetta

Braut des Lammes hat gesagt…

Dir ebenfalls einen schönen morgigen Festtag, zu dessen Festgeheimnis du sicher wegen deines Namens eine besondere Beziehung hast? Dir eine gesegnete Adventszeit.

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