Mittwoch, 21. Dezember 2011

Warme Füße sind was Tolles

Zwischendurch: letzten Freitag hatte ich ein echtes Aha-Erlebnis. – Irgendwann beim letzten Tragen im Frühjahr ist mir am linken Winterstiefelchen vom Reißverschluß das abgegangen, womit man den Reißverschlußschlitten (was für ein Wort!) zieht. Gottseidank hatte ich den Stiefel zu diesem Zeitpunkt schon halb ausgezogen, sonst hätte ich es wahrscheinlich nur noch unter Zuhilfenahme eines Hausmeisters oder Feuerwehrmannes zuwege gebracht.

Wer mag im Sommer schon Stiefel kaufen – obwohl man das nach übereinstimmender Aussage von Schuhverkäuferinnen, die es wissen müssen, unbedingt tun soll, im Herbst sei es viel zu spät –, also hab ich den kaputten Stiefel erstmal ins intellektuelle Nirwana abgeschoben. Außerdem wähnte ich noch ein altes Paar Reserveschuhe im Schrank. Daß sich dieses bei genauer Inaugenscheinnahme als komplett unbrauchbar herausstellte, weil beide Sohlen hinüber sind, ließ mich mit meditativen Betrachtungen darüber, für was ich es wohl sieben Jahre lang aufgehoben habe und mit Gedanken, die ansonsten zu tief sind, um ausgedrückt zu werden, zurück. Ich nehme an, dieses Paar Stiefel hat die letzten Jahre im selben intellektuellen Nirwana verbracht, in dem sich auch so Dinge wie Kleidungsstücke, die man seit Jahren sucht, und der verschollene Heilige Gral befinden müssen.

Dies alles brachte mich aber keinen Schritt weiter, denn es war kalt und ich hatte mir vermutlich wegen unzureichender Fußbekleidung schon eine überaus nette Bronchitis geholt, die mich um Gaudete herum dann doch ziemlich beeinträchtigt hat.[1] Vom Krankenbett erhoben, guckte ich zuerst mal, ob nicht vielleicht neue Stiefel das Mittel der Wahl wären, doch ach!, neue Stiefel sind teuer und zur Zeit außerdem auch noch häßlich. Vielleicht werden sie demnächst heruntergesetzt (was sie aber auch nicht schöner macht…). Wiederum sieht das alte Paar, obwohl es über sieben Jahre alt ist, eigentlich noch ganz gut und viel hübscher aus.

Also schritt ich zur Ausführung des Planes B, den Reißverschluß instandsetzen zu lassen, konnte mich aber nicht zwischen Schuster und Schlosser entscheiden[2], weshalb es schließlich das Zwischending wurde: Schlüsseldienst mit angeschlossener Schusterwerkstatt (oder andersherum). Nachdem einer der beiden netten älteren Herren dort mein Problem verstanden hatte, hat er mir für simple 2,75 Euronen einen sogenannten Zipper überreicht. Sowas gibt es fertig zu kaufen, und man kann es sogar ohne Zange anstelle des alten befestigen. Falls also nochmal jemand ein solches Problem haben sollte, das ist eine prima Lösung. Komisch, eigentlich kenn ich mich mit Handarbeiten und Kurzwaren ganz gut aus, aber daß sowas existiert, war mir ganz neu. Außerdem hab ich mir noch neue Hausschuhe bei Tchibo erstanden (mit Bommeln, das finden die Katzen toll). Jedenfalls hab ich jetzt seit Tagen warme Füße und bin einfach nur dankbar dafür.
___
[1] Zu Nikolaus hatte ich dann aber doch was im Schuh. Laut Küster hat es ein türkisch aussehender Herr, wahrscheinlich ein Bischof, vorbeigebracht…


[2] Es wäre auch noch der Gold- und Silberschmied meines Vertrauens in Frage gekommen. Dem wollte ich aber nicht mit meinem gut getragenen Schuh kommen.

Kommentare:

Sr. Bernadetta hat gesagt…

Meine Liebe, das mit den kalten Füßen kenne ich (hab ich einen extra Post gewidmet...) und meine jetzigen Stiefel sind nicht wasserfest :(
Ich wünsche dir warme Füße und Gottes Segen.
Alles Liebe
Sr. Bernadetta

U. hat gesagt…

Apropos Bommel: Ist mein Bommel eigentlich schon zerspielt? ;)

Braut des Lammes hat gesagt…

@U.: So ein Bommel überlebt in diesem Haushalt nicht lang...

Liebe Sr. Bernadetta, da müssen dann wohl wirklich neue Stiefel her. In der Hoffnung, daß das Christkind solche bringt, wünsche ich gute Besserung.

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