Donnerstag, 8. Dezember 2011

Pforte des Himmels – Mariä Empfängnis

Die gängige Bezeichnung des heutigen Hochfestes als Fest der Unbefleckten Empfängnis verwirrt viele Nichtkatholiken. Sie denken bei Empfängnis an die Jesu, bei unbefleckt an den Hergang der Verkündigung (das heißt, ohne Zutun eines Mannes), und wundern sich, warum wir die Geburt des Erlösers am 25. Dezember, seine vermeintliche Empfängnis aber am 8. feiern. Vielleicht wäre man wirklich besser dran, wenn man das Fest Mariä Empfängnis nennen würde, wie es etwa der Youcat in seiner Darstellung des Kirchenjahres getan hat.

Unbefleckt, ohne Makel, rein und unschuldig, wie das lateinische immaculata übersetzt wird, bezieht sich darauf, daß die Gottesmutter selbst von allem Anfang an, schon seit ihrer Empfängnis im Mutterleib vor jedem Makel der Erbsünde bewahrt blieb – ein Glaubensgeheimnis, das, trotzdem es erst spät dogmatisiert wurde, schon früh aus der Tradition der Kirche überliefert ist. Ehrlich gesagt, habe ich lange Zeit nicht verstanden, warum es so wichtig ist, daß auch Maria in ihrem Leben keine Sünde begangen hat, und vielleicht verstehe ich es immer noch nicht ganz. Ich weiß aber, daß mir der Glaube der Kirche daran genügt, das heißt, ich muß es nicht immer aufs neue hinterfragen.

Die Hymnen im Stundenbuch zum Fest der Empfängnis Mariens wie auch das adventliche Alma redemptoris mater nennen Maria die Pforte des Himmels:

In der Tat erinnert diese ehrenvolle Bezeichnung der Gottesmutter an eine andere Pforte, nämlich die des Paradieses, die Adam und Eva seinerzeit verschlossen wurde, um der Erbsünde willen. Durch Adam und Eva wurde der Weg verschlossen, Maria schließt ihn wieder auf (weshalb man sie auch als die neue Eva, die des neuen Bundes Gottes mit seinem Volk, bezeichnet). Die Empfängnis und die Geburt Mariens bereiten letztlich den Weg der Geburt Christi, des Erlösers. Das eine muß vor dem anderen kommen. So wird Maria wahrhaft Pforte des Himmels, denn sie trägt den Erlöser.

O Jungfrau, rein und makellos,
o Mutter, die uns Gott gebar,
du bist des Himmels offnes Tor,
aller Engel Freude, unser Ruhm.

Du reine Jungfrau sei gegrüßt,
in der wir unsere Hoffnung schaun:
Du stehst als großes Zeichen da,
der neuen Schöpfung klares Bild.

Kommentare:

Ludolph hat gesagt…

Die Wichtigkeit der Sündenfreiheit Mariens erkläre ich mir immer als eine Art mathematischen Beweis. Da brauch es auch jeden Einzelschritt, damit der Beweis am Ende erfolgreich ist. Und just so ein Einzelschritt ist die Sündenfreiheit Mariens im Gesamtwerk der Erlösung.

Natürlich hätte Gott das in seiner Allmacht auch anders konstruieren können, aber er hat sich halt so entschieden.

Und auch da kann der mathematische Beweis hilfreich sein: Da versteht man nämlich auch nicht immer alles im Detail, aber das Endergebnis ist schlüssig :-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Es ist weniger das Glaubensgeheimnis an sich, sondern die Emphase, die darauf gelegt wird.
Oder so Gedanken wie, also wenn ich wüßte, daß die Gottesmutter auch mal läßlich gesündigt hat, würde ich trotzdem nicht weniger von ihr halten bzw. wäre die Wohnung – wie es im Tagesgebet heißt – weniger würdig gewesen, wenn Maria sich vielleicht mit dem hl. Josef ganz menschlich auch mal gestritten hätte? Aber wahrscheinlich ist dein Beispiel mit dem mathematischen Beweis gar nicht so schlecht.

Susanna hat gesagt…

Maria ist der erste Mensch, der in den Himmel aufgenommen wird. Aus ihrem Fleisch und nur aus ihrem, da sie der Heilige Geist überschatte und sie keinen Mann erkennen konnte, wurde der Gottesohn geboren. Wahrer Mensch und wahrer Gott. In Seinem Menschsein war Mariens Blut letztendlich das Seine und das für die Vergebung der Sünden aller Menschen vergossen wurde. Sie als die neue Eva mußte frei von Sünde und Schule der erste und neue Tempel des Sohnes werden, um für die Menschen als die neue Eva - als Vorbild des reinen Menschen mit reiner Seele - den Weg der Erlösung allen Kindern Gottes voranschreiten zu können. So begreife ich die Wichtigkeit von Mariä Empfängnis.

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