Mittwoch, 21. Dezember 2011

O Morgenstern


O Morgenstern,
Glanz des unversehrten Lichtes,
der Gerechtigkeit strahlende Sonne:
o komm und erleuchte, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes!

Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. (Jes. 9,1)

Ich frage mich ob es Zufall oder glückliche Fügung ist, daß die Antiphon O Morgenstern am dunkelsten Tag des Jahres gesungen wird, zu einem Zeitpunkt, an dem buchstäblich die Nacht des Jahres vorgedrungen und der Tag nicht mehr fern ist.

Auch das Bild des Morgensterns verbindet die sehnsüchtige Erwartung des Advents mit der Liturgie der Osternacht, in der in dem wundervollen Lobgesang auf die Osterkerze das gläubige Vertrauen auf die zweite Ankunft des Erlösers besungen wird: Geweiht zum Ruhm deines Namens leuchte die Kerze fort, um in dieser Nacht das Dunkel zu vertreiben. Nimm sie an als lieblich duftendes Opfer, vermähle ihr Licht mit den Lichtern am Himmel. Sie leuchte, bis der Morgenstern erscheint, jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht: dein Sohn, unser Herr Jesus Christus.

Das Erscheinen des Morgensterns am Himmel kündet davon, daß der Aufgang der Sonne unmittelbar bevorsteht; der Aufgang der Sonne ist die Geburt des Erlösers. Wie die Sonne Licht und Leben schenkt, so vertreibt Christus die Dunkelheit, auch die unseres Herzens, und schenkt uns das ewige Leben.
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Bild: Sonnenaufgang über den heimischen Dächern

1 Kommentar:

Eugenie Roth hat gesagt…

Immer wieder schöne Gedanken. DANKE

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