Donnerstag, 22. Dezember 2011

O König aller Völker


O König aller Völker,
ihre Erwartung und Sehnsucht;
Schlußstein, der den Bau zusammenhält:
o komm und errette den Menschen, den du aus Erde gebildet!

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten. (Jes. 9, 5-6)

Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden. (Ps. 118,22)

Die Antiphon O König stellt uns Christus als den Ersehnten vor Augen, dessen Kommen die Menschen durch die Zeiten hindurch voll Hoffnung erwartet haben: ihre Erwartung und Sehnsucht. Komm und errette den Menschen, den du aus Erde gebildet – eine Reminiszenz daran, wie lange diese tiefe Sehnsucht schon ihrer Erfüllung harrt.

Aus allen Völkern ist die Kirche gebildet, deren Schlußstein Christus ist. Ein seltsamer König mag das sein, der mitten in der Nacht in einem windigen Stall geboren wird, ein seltsamer König, der auf einem Esel in Jerusalem einzieht, der eines Tages vor Pilatus stehen wird und sagt: du sagst es, ich bin ein König. Das aber ist die genau die verdrehte Logik des Himmels, das göttliche und so wunderbare Paradoxon: die letzten, die die ersten sein werden, der Herr der Welt, der in eine armselige Futterkrippe gelegt wird, das Kreuz, das ein Thron ist, von dem Gott, wie es im Hymnus heißt, alle Nation regiert. Ein König, den man in Wahrheit und zu Recht Fürst des Friedens nennt.

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