Sonntag, 18. Dezember 2011

O Adonai


O Adonai,
Herr und Führer des Hauses Israel –
im flammenden Dornbusch bist du dem Mose erschienen
und hast ihm auf dem Berg das Gesetz gegeben:
o komm und befreie uns mit deinem starken Arm!

Er richtet nicht nach dem Augenschein und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er, sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib. (Jes. 11, 4-5)
Die O-Antiphon des 18. Dezembers führt uns an einen Ort der unmittelbaren Gottesbegegnung, an den Ort, an dem er sich Mose gezeigt und offenbart hat: in den roten Flammen des Dornbuschs. Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Mich erinnert dieses Bild an die Liebe Christi, die brennt wie eine Flamme und sich doch niemals verzehrt und die Farbe der Flammen – in igne flammae rubi apparuisti – an die des kostbaren Blutes.

Bei der Übertragung der Antiphon komm und befreie uns mit deinem starken Arm geht leider ein Bedeutungsgehalt verloren. Im Original steht da: veni ad redimendum nos in brachio extento – mit deinem ausgestreckten Arm. Ein deutlicher Bezug zu dem Ort, an dem das fleischgewordene Wort tatsächlich die mit seinen ausgestreckten Armen befreit hat, die dessen so sehr bedürfen: das Kreuz.

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