Mittwoch, 28. Dezember 2011

Gefährten Christi – hl. unschuldige Kinder

Die unschuldigen Kinder erlitten für Christus den Tod. Nun folgen sie dem Lamm und singen sein Lob. (Eröffnungsvers)

Vor einigen Wochen habe ich an einem einzigen Tag allein in den lokalen Nachrichten drei gehört, bei denen Kinder gewaltsam zu Tode gekommen sind, in einem Fall hat ein Vater, der sich umgebracht hat, sich und die kleine Tochter auf der Straße zu Tode gefahren. Fälle, bei denen ich an das Gedenken der unschuldigen Kinder in Bethlehem in der Weihnachtsoktav denken muß.

Tagtäglich widerfahren Kindern grausame Dinge, sie werden getötet – auch um ihres Glaubens willen, wenn man an die Anschläge auf Kirchen denkt –, ausgebeutet, erniedrigt, mißbraucht, verhungern oder verdursten. Sie werden in Keller getragen und dort einfach vergessen, sie werden in Mülltonnen, aus Hochhäusern oder Eisenbahnzügen geworfen. Oder sie schauen gar nicht erst das Licht, weil sie schon vorher im Mutterleib getötet werden –, ein Massaker das sich tagtäglich und in aller Stille vollzieht, weitgehend unbeachtet von aller Welt.

Es ist sicherlich gut und recht, daß die Kirche in ihren Fürbitten auch all dieser Kinder gedenkt und dem Glauben Ausdruck gibt, daß Gott denen bei sich einen Platz schafft, die hier vielleicht niemand wollte, nicht einmal die eigenen Eltern, die ein Kind zuallererst lieben sollten und es doch nicht tun, vielleicht, weil sie es einfach nicht können. Vielleicht sieht die Liturgie des Tages deshalb die Lesung des tröstlichen Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm aus dem Johannesbrief vor.

Bitten wir doch an diesem Gedenktag auch besonders für die, die sich für den Schutz des ungeborenen Lebens und für die Achtung der Würde der Kinder überall auf der Welt einsetzen.

Die ermordeten Kinder zu Bethlehem, deren Fest das dritte in der Reihe der Gefährten Christi ist, haben Christus durch ihr Sterben verherrlicht, denn sie sind, ohne es allerdings wollen zu können, für ihn, an seiner Statt gestorben. Die Kirche gedenkt ihrer seit dem 5. Jahrhundert und betrachtet sie als heilige Märtyrer. Insofern erscheint es sehr angemessen, daß die liturgische Ordnung nunmehr für sie die rote Farbe des Blutes vorsieht.

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Bild: Kindermord zu Bethlehem, Guido Reni um 1611. Oben in den Wolken des Himmels halten kindliche Engel schon die Palmen des Martyriums bereit.

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