Freitag, 9. Dezember 2011

A catholic view on Mickey Mouse's Christmas Carol

Bei der aktuellen Diskussion um den Werbeslogan mit Weihnachten unterm Baum – der mir eigentlich relativ egal war, wenn ich mich darüber jetzt auch noch aufregen sollte… – sind mir andere Werbeslogans anderer Händler und Marken wieder in den Sinn gekommen, die ich mich seinerzeit tatsächlich etwas geärgert haben bzw. die ich einfach als extrem unpassend empfand: zum einen Magnums Eiswerbung[1] mit den sieben Todsünden, zum anderen „Geiz ist geil“ – in beiden Fällen hat mich die Kokettiererei mit Sünden, die die Kirche als Wurzelsünden ansieht – solche, die zu anderen führen und dem Charakter auf Dauer schweren Schaden zufügen – einfach gestört. Trotzdem wurde jahrelang damit geworben. Allerdings habe ich bei Saturn nie auch nur eine Batterie gekauft und auch andere animiert, dasselbe zu tun. Ein Beispiel, wie man sich durch solche Blödigkeitswerbungen selbst Schaden zufügt. An einen dediziert christlichen Protest gegen diese Vermarktungskampagnen kann ich mich grad nicht erinnern, vielleicht liegt das aber auch an mir.

Von allem anderen abgesehen, kann man sich auch kaum etwas Unattraktiveres vorstellen als einen ewigen Knauser. Sogar mir als Württembergerin blieb verschlossen, worauf das seinerzeit hinaussollte. Sparsamkeit ist da eine Tugend, einen Geizhals wollte dagegen zumindest früher niemand geheißen werden. So what's the point?

Ein wahres Loblied auf Weihnachten und eine bildreiche Erläuterung, warum Geiz tatsächlich ziemlich ungeil ist, hat Charles Dickens geschrieben: A Christmas Carol. Wer das mal im englischen Original liest, wird zu seiner Verwunderung feststellen, über wieviele Worte die englische Sprache doch verfügt, von deren Existenz er bis dahin noch gar nichts wußte.

Von den Verfilmungen des Buches mag ich die von Walt Disney von 1983 (Mickey's Christmas Carol) besonders gern – vielleicht wegen der vielen netten Details wie etwa dem Geist der gegenwärtigen Weihnacht, der sich eine Straßenlaterne greift und fortan als Taschenlampe verwendet (typisch Disney!). Die Familie des Buchhalters Cratchit besteht sämtlich aus (Mickey)mäusen und Ebenezer Scrooge wird natürlich von Dagobert Duck verkörpert, nach dem er im Original ja benannt[2] ist (auch die Konstruktion mit dem gutmütigen Neffen ist sicherlich bei Dickens entliehen). Überhaupt kann man sich irgendwann einen Sport daraus machen, möglichst viele Charaktere aus anderen Walt-Disney-Filmen zu entdecken.

Der Film ist nur 25 Minuten lang und lief seinerzeit als Vorfilm. Ein echter Klassiker, nicht nur für Kinder. Er handelt von christlichen Tugenden wie Vergebungsbereitschaft, Großzügigkeit, Gastfreundschaft, von Glauben, Hoffnung und Liebe, davon, was aus einem geizigen Menschen werden kann und natürlich davon, daß unsere Handlungen Konsequenzen – auch irreversible – nach sich ziehen.

Was hülfe es dem Menschen,
wenn er die ganze Welt gewönne…
…und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Im Kontor von Ebenezer Scrooge:
bloß nicht zuviel Kohle verbrauchen und auch am Feiertag arbeiten.
Ebenezer Scrooge mit dem Geist
von Jacob Marley (gespielt von Goofy)…
…der offenbar auf Urlaub vom Fegefeuer ist
(man achte auf die Details)
Der Geist der gegenwärtigen Weihnacht
auf der Suche nach dem richtigen Haus
Also, ich finde, die muß man einfach mögen
Wahre Weihnachtsfreude kann nicht gemacht werden,
sagte der Pfarrer letztes Jahr…
Tim Cratchit
So hätte diese Geschichte auch weitergehen können…
…und so…
…stattdessen: The happy end.

______
[1] Obwohl ich Eis am Stiel jederzeit den Vorzug vor der Waffel oder dem Becher gebe, kann ich keines verspachteln, das Wollust, Rache oder Neid heißt. Die Pistazien in „Neid“ hätten mich schon gereizt, aber nein, danke! (Wenn ich mich recht erinnere, gabs die „Todsünden“ auch nicht allzulange)
[2] Scrooge McDuck

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Auf Youtube anschaubar. Reizend. Danke.

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