Sonntag, 18. Dezember 2011

4. Adventssonntag – die Erde tue sich auf und sprosse den Heiland hervor


Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet herab den Gerechten!
Die Erde tue sich auf und sprosse den Heiland hervor.

Wunderschöne Verse aus der Liturgie des heutigen Tages und zugleich wundervolle Bilder der Jungfrauengeburt. Der wunderbare Hymnus Veni redemptor gentium verwendet dieses Bild der Geburt aus einer Jungfrau und des Hervorsprossens ebenfalls:
Nicht nach eines Menschen Sinn,
sondern durch des Geistes Hauch
kommt das Wort in unser Fleisch
und erblüht aus Mutterschoß.
Irgendwie verbindet uns das Bild des fallenden Regens und die Geburt des Heilandes, den die Erde hervorbringt, auch mit der Liturgie der Osternacht, in deren langen Prophetien wir alljährlich aus dem Buch Jesaja hören:
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verläßt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.
Dieses fleischgewordene Wort, das all das erreicht, wozu ich es ausgesandt habe, ist Christus selbst.

In seiner bemerkenswerten Predigt zum 4. Adventssonntag im letzten Jahr hat der Pfarrer die Frage aufgeworfen, warum in unserer Zeit genau der emanzipierteste Moment der Weltgeschichte, eine Frau empfängt geistig – ohne Zutun eines Mannes –, in seiner theologischen Relevanz nicht gesehen werde. Ein interessanter Ansatz, wie ich finde. Zugleich verwies er zu Recht darauf, daß es sich bei der Lehre der Jungfrauengeburt nicht etwa um eine katholische Sonderlehre handle, sondern um etwas, das die überragende Mehrheit der Weltbevölkerung und auch der in dieser Stadt Berlin lebenden Menschen fest zu glauben haben. Paff! Also deutlicher kann man es nicht sagen.

Wir bekennen im Glaubensbekenntnis, daß Gottes Sohn Fleisch angenommen hat durch das Wirken des Heiligen Geistes in Maria, der Jungfrau. Daran gibt es nichts herumzudeuteln, auch nimmt man durch solches dem Wunder der Menschwerdung von seiner Herrlichkeit und seinem Mysterium: Darob staune, was da lebt, also will Gott werden Mensch.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wunderbar, ganz wunderbar! nur bitte 2.le Zeile noch ändern( dann diesen komm. löschen). und noch eine gesegnete letzte adventswoche! s. aus der sippe der rotstiftreiterinnen.

Braut des Lammes hat gesagt…

Tut mir leid, hier stehe ich auf dem Schlauch - worauf bezieht sich das? Hab ich was übersehen?

Anonym hat gesagt…

auch nimmt man durch solches dem Wunder der Menschwerdung NICHTS (? oder steh ich auf dem Schlauch?) von seiner Herrlichkeit und seinem Mysterium:
Herzlich

Braut des Lammes hat gesagt…

„…auch nimmt man durch solches“ bezieht sich auf Herumdeuteln – durch das Herumdeuteln nimmt man dem Wunder der Menschwerdung von seiner Herrlichkeit und seinem Mysterium.

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