Samstag, 12. November 2011

Zeichenhaftigkeit, Lampen und ein offener Brief

In ihrem Blog Notes from stillsong hermitage hat die amerikanische Eremitin Laurel M. O'Neal im September eine Serie von Beiträgen zum Thema gottgeweihte Jungfräulichkeit geschrieben, die schließlich in einem offenen Brief an die geweihten Jungfrauen (An open letter to Consecrated Virgins on Sacred Secularity) und einem Postskriptum zu diesem offenen Brief gipfelten.

Über den Blog von Sponsa Christi, einer New Yorker Mitschwester, die gerade mit dem Studium des Kirchenrechts in Rom begonnen hat und Gebet gut brauchen kann (weil sie Vorlesungen über Kirchenrecht auf Italienisch hören und gleichzeitig Italienisch lernen muß) bin ich auf diese Artikelserie gestoßen und habe mich durch die von Sponsa Christi verlinkten Beiträge und einige andere geackert. Eigentlich verdiente jeder dieser einigermaßen langen Beiträge eine ausführliche Kommentierung, aber soviel Zeit der detaillierten Auseinandersetzung damit kann wahrscheinlich keine erübrigen. Vorweg: es hat mich überrascht, jemanden, der einer anderen Berufung der Kirche – nämlich der des Eremiten – folgt, so bestimmte Aussagen über Wesen und Art der Berufung der geweihten Jungfrauen machen zu hören.

In manchen Punkten stimme ich Sr. Laurel beim Lesen spontan zu, in anderen irrt sie schlicht und ergreifend, wie etwa in der Frage des Stundengebets, der Einordnung der Berufung in die Stände des geweihten Lebens[1] oder der Auslegung des Begriffes „in der Welt“. Hier hätte ich mir ein besseres Studium der entsprechenden Dokumente und der Historie der Kirche gewünscht.

Natürlich ist jeder völlig frei in der Wahl dessen, was er für ein geeignetes Thema hält, um darüber zu referieren (immerhin ist Bloggen eine Form von Journalismus) – insofern man sich darüber einig ist, daß diese Beiträge wie auch andere Einschätzungen von Bloggern oder Zusammenschlüssen jeglicher Art persönliche Einschätzungen sind, das heißt, daß letztlich keiner dieser Einschätzungen oder Veröffentlichungen irgendeine Form von Verbindlichkeit zukommt.

Wie so oft liegt die eigene Sicht der Dinge irgendwo dazwischen. Wenngleich ich glaube, daß ein Teil der gewissen Schärfe dieses Disputs auf einer Überstrapazierung der Auslegung und Verwendung des Begriffes secular (weltlich) beruht, gebe ich Sponsa Christi in vielen Dingen recht (und verstehe auch, wieso sie in diesem Fall gegen den Strich gebürstet ist) – ganz einfach deshalb, weil die entsprechenden Aussagen der Kirche über die geweihten Jungfrauen dies nahelegen. So heißt es zum Beispiel in dem die Jungfrauen betreffenden Kanon des Kirchenrechtes:
Außer diesen Formen des geweihten Lebens gibt es den Stand der Jungfrauen, die zum Ausdruck ihres heiligen Vorhabens, Christus in besonders enger Weise nachzufolgen, vom Diözesanbischof nach gebilligtem liturgischem Ritus Gott geweiht, Christus, dem Sohn Gottes, mystisch anverlobt und für den Dienst der Kirche bestimmt werden.
und in der apostolischen Konstitution Vita consecrata von 1994:
Grund zur Freude und Hoffnung ist es zu sehen, daß die bereits seit der apostolischen Zeit in den christlichen Gemeinden bezeugte alte Weihe der Jungfrauen heute wieder aufblüht. Aufgrund ihrer Weihe durch den Diözesanbischof erwerben sie eine besondere Bindung an die Kirche, deren Dienst sie sich widmen, auch wenn sie weiter in der Welt bleiben. Allein oder in Gemeinschaft stellen sie ein besonderes eschatologisches Bild von der himmlischen Braut und dem zukünftigen Leben dar, wenn die Kirche endlich die Liebe zu ihrem Bräutigam Christus in Fülle leben wird.
Dabei geht im übrigen aus der Formulierung Außer diesen Formen… und dem in Vita consecrata gebrauchten: Der Stand der Jungfrauen steht den anderen Formen des geweihten Lebens nahe… klar hervor, daß es sich beim Stand der Jungfrauen um eine Form des geweihten Lebens handelt, sonst hätten nämlich die Worte „außer“ und „anderen“ keinen Sinn.

Diese Stelle aus Vita consecrata ist ein Grund, weshalb ich der Ansicht bin, daß eine geweihte Jungfrau, wo immer möglich, ihren Stand „öffentlich machen“, das heißt, sich zu ihm bekennen[2] sollte. Es mag Ausnahmen geben, etwa dort, wo die Kirche in Bedrängnis und Verfolgung oder sogar im Untergrund lebt – für die weitaus meisten unter uns trifft das indes wohl nicht zu. Die Richtlinien ermöglichen es zumindest in Deutschland einer Jungfrau, daß ihr Stand nur dem Bischof bekannt ist, sozusagen eine Jungfrau in pectore, wünschenswert erscheint dies jedoch nicht, denn:
Durch diesen feierlichen Ritus der Jungfrauenweihe wird die Jungfrau zu einer gottgeweihten Person, zu einem Zeichen, das auf die Liebe der Kirche zu Christus hinweist, und zu einem Bild für die endzeitliche himmlische Braut und für das künftige Leben. [3]
Wie kann etwas ein Zeichen sein, wenn niemand weiß, daß diejenige eine zeichenhafte Bindung lebt? Wer würde etwa von einer Ordensfrau oder einem Diözesaneremiten erwarten, daß sie konsequent verschweigen, welcher Berufung sie folgen? Nicht umsonst sieht der Ritus der Consecratio virginum übrigens die Weihe an der Kathedra vor, und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen ermutigen ausdrücklich dazu, wo immer möglich, die Feier unter Einladung und möglichst zahlreicher Beteiligung der Gläubigen abzuhalten.

Die allgemeine Einführung in Wirkung und Wesen der Jungfrauenweihe führt zunächst aus, wer zur Weihe zugelassen werden kann und verwendet dabei auch den Begriff „die in der Welt leben“:
Zur Jungfrauenweihe können sowohl Ordensfrauen monastischer Gemeinschaften als auch Frauen, die in der Welt leben, zugelassen werden.
Der Terminus „…die in der Welt leben“ wird hier lediglich als Mittel der Unterscheidung von denen, die in päpstlicher Klausur leben, gebraucht.

Den beiden angeführten Gruppen von Frauen gemeinsam ist jedoch die wesenhafte Berufung zur Virgo consecrata (die eine eigenständige Berufung und ein eigenes Zeugnis in der Kirche darstellt, das dürfte wohl unbestritten sein, nicht etwa eine Art Default vocation). Wäre dies nicht so, müßte man von zwei verschiedenen Berufungen ausgehen, gerade das ist aber nicht der Fall.

Was sicher zu wenig bekannt ist, vielleicht weil zumindest hier und heute über die verschiedenen Berufungen zum geweihten Leben wenig gesprochen wird: diese Berufung ist keine der neueren Formen des geistlichen Lebens, sondern im Gegenteil zusammen mit der des Eremiten eine der ältesten. Aus den Zusammenschlüssen von eremitisch lebenden Männern einerseits und gottgeweihten Jungfrauen andererseits entstanden später die ersten Ordensgemeinschaften, und erst als sich diese herausbildeten, wurde es notwendig, das Zusammenleben der Mitglieder genauer zu ordnen. Bei den geweihten Jungfrauen fand dieser Übergang überdies relativ spät statt, mehr als 500 Jahre lebten gottgeweihte Jungfrauen außerhalb der Klausur eines Klosters.

Papst Paul VI. hat – auf vielfachen Wunsch hin – 1970 die Spendung der Jungfrauenweihe, die über Jahrhunderte hinweg nur noch in manchen monastischen Orden (wie etwa bei den Benediktinerinnen) empfangen werden konnte, durch die Überarbeitung des Ritus wieder auf die ausgedehnt, die es in der Frühzeit der Kirche zuallererst betraf: solche, die „in der Welt leben“. Nicht gesagt ist damit meines Erachtens, daß sich die Ausformung der Berufung oder die Intensität der Hingabe an sie irgendwie unterscheiden sollte. Nochmals: in der Welt heißt hier tatsächlich nur außerhalb der Klausur eines Klosters, nicht etwa von der Welt oder in dieser und deren Angelegenheiten völlig aufgehend. Ebenso wie die Unterscheidung zwischen einem Ordenspriester und einem „Weltpriester“ nicht bedeutet, daß letzterer irgendwie weniger Priester oder wesenhaft weltlicher wäre als ersterer, es bezieht sich nur auf die Umstände, unter denen er lebt. Vielleicht ist man deshalb dazu übergegangen, Weltpriester Diözesanpriester zu nennen, und vielleicht wäre es hilfreich, bei der Beurteilung vieler Fragen, wenn man einmal im Geiste an die Stelle von „die in der Welt leben“ den Begriff „die in den Diözesen leben“ setzte. Denn das ist ein Hauptpunkt dieser Berufung: die geweihten Jungfrauen, die in den Diözesen leben, dienen in besonderer Weise der Ortskirche: Wo sie leben, sollen sie der Kirche dienen und die Sorge des Bischofs mittragen.

Das muß meines Erachtens nicht heißen, daß die geweihte Jungfrau notwendigerweise beim Bistum oder einer kirchlichen Einrichtung angestellt ist, der Dienst und die Sorge, von denen hier die Rede ist, ist zunächst einmal der des Gebets der Kirche und des fürbittenden Eintretens. Dies ist der Dienst, zu dem eine Jungfrau in der Weihe feierlich verpflichtet wird:
Empfange das Stundenbuch der Kirche. Das Lob Gottes und das Gebet für das Heil aller Menschen sei allezeit dein Dienst.
Darüber hinaus sind die geweihten Jungfrauen zu Werken der Nächstenliebe, zum Apostolat, zum Fasten und zur Buße aufgerufen, und zwar – und dies ist wichtig – je nach ihren Charismen. Nicht jede ist zu außerordentlichen Bußwerken oder zum apostolischen Wirken gleichermaßen gerufen.

Dies bewirkt eine große Verschiedenheit unter den Ausformungen des Lebens der geweihten Jungfrauen und kann meiner Einschätzung nach auch im Leben der einzelnen Jungfrau immer wieder verschiedene Ausprägung haben, da man sich selbst im Laufe eines Lebens verändert und die Umstände, unter denen die einzelne lebt, eben auch. So mag es unter den Jungfrauen solche geben, denen wegen eines Postens, den sie ausfüllen, ein größeres Wirken in der Öffentlichkeit möglich ist, andere geben sich vielleicht verstärkt dem Gebet hin. Solange sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, geht das eigentlich nur den Diözesanbischof, der festlegt, auf welche Weise die Jungfrau ihre Verpflichtung zu einem geweihten Leben in der Welt leben soll, und die betreffende Jungfrau bzw. Kandidatin selbst etwas an.

Weshalb ich glaube, daß Ausführungen und Bemühungen einzelner, die Arbeit bzw. den Bereich des Verdienstes des Lebensunterhaltes nun unbedingt in eine bestimmte Form pressen zu wollen, letztlich an der Sache etwas vorbeilaufen. Weder fordert die Kirche dies, noch geht es nur um die Art, wie man die Kosten für einen einfachen Lebensstil aufbringt, der dem Geist des Evangeliums – das heißt, der evangelischen Armut – entspricht. In der Tat gibt es wohl nur wenige Berufe, Dienstverhältnisse oder Konstellationen, die mit der Berufung einer geweihten Jungfrau unvereinbar erscheinen, jedoch versteht sich dies in solchen Fällen wohl von selbst).

Vielleicht wäre es beim Verweilen bei solchen Fragen hilfreich, wenn man sich an den Lebensumständen der geweihten Jungfrauen in der Urkirche orientierte: sie führten ein zurückgezogenes Leben, entweder als Anachoretinnen in kleinen Häusern in der Nähe einer Kirche oder sie lebten bei ihrer Familie. Bischöfe, wie etwa der von Karthago, ersuchten die Jungfrauen, keinen Schmuck zu tragen, weil sie nicht nur als Jungfrauen leben, sondern auch durch auffallend schlichte Kleidung als solche erkennbar sein sollten. Dazu kam der Schleier als Zeichen der bräutlichen Bindung und der weltlichen Entsagung. Der Ancrene Riwle ist eine aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts stammende Anleitung für das Leben solcher Anachoretinnen, zu denen auch Juliana von Norwich, eine bekannte Mystikerin, gehörte.

Der Schwerpunkt liegt meiner Meinung nach bei der Reflexion dessen, was es bedeutet, aus dem aus dem profanen Bereich ausgesondert und ganz für Gott und für den Gottesdienst geweiht zu sein, wie es rituell auch in den Spendeformeln für den Schleier und den Ring zum Ausdruck kommt:
Trag den Schleier als Zeichen deiner Weihe an Gott.
Bewahre Christus unverbrüchlich die Treue. Vergiß nie: Um der Kirche willen bist du von Christus in Dienst genommen.
und
Trag den Ring als Zeichen deiner Bindung an Christus.
Bewahre dem Herrn unverbrüchlich die Treue.
So wirst Du zur ewigen Freude gelangen,
zur Hochzeit des Lammes.
Die Weihe ist eine der Konsekrationshandlungen der Kirche. Durch die Handlung und das Weihegebet der Kirche, die ein für alle Mal und unwiderruflich gespendet werden[4], wird die Jungfrau in diesem Augenblick zu einer gottgeweihten Person. Posuit signum in faciem meam – er hat ein Siegel auf mein Antlitz gedrückt, damit ich keine Liebe erkenne als seine. Hier lese ich nichts von „sacred secularity“ (was sollte das im übrigen eigentlich sein?). Es bedeutet, daß sich in dieser Welt bereits einige aufgemacht haben, mit der Lampe in der Hand Christus entgegenzugehen, darauf zu verweisen, daß er sicher kommt und dies mit ihrem ganzen Leben bezeugen.


Kurz gesagt, was die Jungfrauen im einzelnen tun, scheint mir eher eine nachgeordnete Frage zu sein, wichtiger ist doch das, was sie sind. Die Kirche wünscht sinngemäß nur, daß die geweihten Jungfrauen im Geist des Evangeliums, einfach und von ihrer Hände Arbeit leben sollen. Ob man dabei Rosenkränze knüpft oder Sachbearbeiterin bei einer Krankenkasse ist, ist letztlich zweitrangig, soweit es nicht mit der Wesenhaftigkeit der Berufung und den Pflichten des Gebets kollidiert. „Wo sie leben“ bedeutet meiner Meinung nach nicht nur die Ortsfrage, sondern schließt die jeweiligen Umstände dabei mit ein. Es ist meines Erachtens nicht einzusehen, wieso ein Leben, in dem jemand seinen Unterhalt durch das Herstellen von Devotionalien oder bei der Verwaltung von Drittmitteln verdient, in irgendeiner Weise weniger konsequent auf Christus ausgerichtet oder gottgeweiht sein sollte als zum Beispiel das einer Angestellten im kirchlichen Dienst. Just my 2 cents.

Nicht zu vernachlässigen ist bei der Erwägung dieser Frage auch, daß die Kirche als Kandidatinnen für die Weihe solche ansieht, die durch ihr Alter, ihr Urteilsvermögen und durch ihre nach dem übereinstimmenden Zeugnis der Gläubigen erprobten Charaktereigenschaften die Gewähr bieten, in einem sittenreinen, dem Dienst der Kirche und des Nächsten gewidmeten Leben auszuharren. Was in der Praxis dazu führt, daß man eine sehr junge Frau nicht zur Kandidatur zuläßt, sie gebeten wird, noch etwas zu warten oder aber eine Art Dispens braucht. Das heißt, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Kandidatur beginnt, steht sie längst mitten im beruflichen Leben und hat entsprechende (wenn auch nicht unwiderrufliche) Entscheidungen bereits getroffen. Um einmal ein Beispiel zu bringen: wenn, wie in einem mir bekannten Fall, ein Bistum eine Stelle ausschreibt, wegen des angebotenen schmalen Salärs aber niemanden finden kann und deshalb schließlich an die geweihten Jungfrauen herantritt, so hielte ich das im individuellen Fall für den Anruf Gottes, dem ich Folge leisten würde. Ich hielte es aber bei weitem verfehlt, nun einen mandatorischen Anspruch an die Virgines ableiten zu wollen, sich in ein arbeitsrechtliches Verhältnis zur Kirche oder einer ihrer Einrichtungen zu begeben und dabei wirtschaftliche Erwägungen, wie etwa die Sorge um den eigenen Lebensunterhalt und ihre Altersvorsorge – für die sie ausdrücklich selbst zuständig ist – in den Wind zu schlagen. Die Art der Berufung sieht dies meines Erachtens nicht vor, noch auch die kirchlichen Dokumente. Vielleicht sollte man beim Lesen solcher Dokumente auch einmal darauf achten, was alles ausdrücklich nicht gesagt wird. Dies mag auch Zeichen der Weisheit der Kirche sein und nicht etwa davon kunden, daß jemand etwa vergessen haben könnte, etwas bis ins Detail zu regeln.

Das ist jetzt ein langer Beitrag geworden. Auf vieles lohnt es sich, noch einmal im Detail einzugehen, jedoch muß alles einmal ein Ende haben, auch dieser Blogbeitrag. Falls ich längst bekannte Eulen nach Athen getragen haben sollte, bitte ich um Nachsicht, jedoch scheint es, wenn ich mir den offenen Brief so ansehe, durchaus nicht umsonst.

___
[1] Im Englischen ist die Einordnung eigentlich leichter, denn hier wird üblicherweise der Begriff consecrated life verwendet, während deutsche Übersetzungen statt geweihtes Leben meist verkürzend den Begriff Ordensleben verwenden und die verschiedenen anderen Formen des geweihten Lebens stillschweigend unter den Tisch fallen.

[2]Ich meine nicht, daß man eine Anzeige in die Zeitung setzen sollte, ihr versteht mich schon. Man sollte aber auch nicht um dieses prägendste Faktum im Leben herumeiern. „Ich bin in ganz, ganz festen Händen!“ (bei der Frage nach dem Trauring) ist eine Formulierung, bei der ich persönlich einen Ausschlag bekomme. Wieso nicht ganz einfach die Wahrheit sagen?

[3] Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 9, 923, in Verweis auf die Praenotanda zum OCV

[4] Weshalb die Weihehandlung, wie alle Konsekrationen, nicht reversibel ist. Wäre es nicht so, handelte es sich um eine bloße liturgische Segnung.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Mitschwester, sehr sehr gut geschrieben, wie üblich, stimme in allen Punkten mit dir überein.
Ich habe damals vor 7 Jahren ohne viel Aufwand den Bischof davon überzeugen können, die Jungfrauenweihe in meiner Wohnpfarre zu spenden, wozu dann das gesamte Dekanat eingeladen war und auch hunderte Leute gekommen sind. Es war ein Zeugnis für das ganze Tal. Ich wollte von Anfang an dadurch auch Zeugnis geben - von "Verborgenheit" konnte also nie die Rede sein.
Der Ring stiftet manchmal Verwirrung, aber ich kläre das dann direkt auf und erkläre, ich wäre Gott geweiht und Christus anverlobt; da werden dann die Augen wohl recht groß, führt aber rasch zu einem geistlichen Gespräch und weckt doch ein wenig die Neugier.

Anonym hat gesagt…

Hallo,
mal eine Frage: es gibt aber bei einer geweihten Jungfrau schon sowas wie einen Dispens, wie auch bei einem Priester. Falls es doch passieren sollte, dass sie heiraten will, kann sie eine Ehe eingehen?
l.G.

Braut des Lammes hat gesagt…

Auch bei einem Priester ist allerdings die Weihe selbst nicht umkehrbar, er kann nur von seinen Pflichten entbunden und aus dem Klerikerstand entlassen werden.

In analoger Anwendung - 729, 701 -verschiedener Canones des Kirchenrechts - kann die Jungfrau sowohl aus dem Ordo virginum entlassen werden als auch selbst um Dispens bitten, beides nur aus einem schwerwiegenden Grund. In ebenfalls analoger Anwendung stellt die Weihe ein Ehehindernis dar.

Flos campi hat gesagt…

Liebe Mitschwester,
Ich habe mich sehr über Ihren Beitrag gefreut. Auch ich habe die Beiträge der Eremitin gelesen. Zunächst war ich überrascht, das sie als Eremtin zu wissen meint, wie eine virgo consecrate sich zu verstehen habe. Zunehmend spürte ich dann Ärger in mit aufkommen. Sie deutet m.E. unsere Berufung so, dass es - ohne deren äußerere Strukturen - dem der Säkularinstitute gleicht. Diesen Trend meine ich auch bei Begegnungen mit Mitschwestern zu entdecken. Ich bin der Meinung, die VC ist in erster Linie Gott geweiht, sozusagen ausgesondert für Gott. Das impliziert einen anderen Weltbezug als die "consecrated secularity", von der Sr. Laurel spricht und die ich in den Säkularinstituten verwirklicht sehe.
Zur Zeichenhaftigkeit: Ich bin auch der Meinung, dass wir virgines wenigstens im kirchlichen Binnenraum in irgendeiner Form als solche erkennbar sein sollten. Über das Wie kann man unterschiedlicher Meinung sein. Augenblicklich bin ich persönlich auch nicht besonders "erkennbar". Aber Mitschwestern, von denen ich höre: "Das ist deine Privatsache, das geht niemanden etwas an" u.ä. irritieren mich. Die Schweizer Bischöfe haben in ihren neuen Richtlinien übrigens festgelegt, dass eine vc keine unterscheidende Kleidung tragen soll. Ob das in Endeffekt auf ein Schleierverbot hinausläft? Es soll ja vc geben, denen das Tragen des Schleiers von ihren Bischöfen untersagt worden ist... Jetzt ist mein Kommentar doch länger geworden als geplant, aber es sind Fragen, die mir am Herzen liegen, weil sie auch die Identität unseres Standes betreffen. Es wäre schön, wenn es auch im deutschprachigen Raum ein Internetforum geben würde, wo wir solche Dinge unter uns diskutieren können.

Braut des Lammes hat gesagt…

Liebe Mitschwestern, danke für die ausführlichen und schönen Kommentare. Auf einiges lohnt es sich wirklich, noch genauer einzugehen, ich schreibe einfach weiter daran.

Wie wäre es eigentlich mit einer geschlossenen Facebook-Gruppe? (Nur so als Idee) das Modell Forum ist iMHO bis jetzt nicht so der Hit.

Flos campi hat gesagt…

Liebe Braut des Lammes,
soviel ich weiß, gibt es auf facebook schon Gruppen von vc. Ich habe mich da nie angemeldet, weil mir facebook zu große Sicherheitsrisiken hat. Lieber etwas anderes als facebook.

Pius Hofer hat gesagt…

Sehr schöner interessanter Post! Auch wenn er schon eige Monate her ist... freut es mich sehr, wieder einmal ein Bild der Beuroner Kunst auf einem Blog zu sehen!

(Beuroner-Kunst-freak)
P. Hofer

Braut des Lammes hat gesagt…

Danke und dann viel Freude beim Stöbern hier, es sind noch mehrere Bilder der Beuroner Schule auf dem Blog, ich mag sie auch gern.

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