Donnerstag, 10. November 2011

Vanitas vanitatum

Da ich mich gerade ein klein wenig am Thema Äußerlichkeiten abgearbeitet habe, hier eine kleine Bildergalerie zum Thema Vanitas vanitatum et omnia vanitas (Es ist alles eitel – was hier soviel wie Flüchtigkeit bzw. Vergänglichkeit bedeutet[1]). Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids – und ein Quell unendlichen Trostes, meint die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach.

Simon Renard de Saint-André
Willem Claesz
Hendrik Andrieszen
Pieter Claesz

Malerei – Stilleben mit Schädeln[2] sind ein beliebtes Sujet vor allem der flämischen Malerei, hier vertreten durch Bilder von Simon Renard de Saint-André, Willem und Pieter Claesz und Hendrick Andrieszen. Das wesentlich jüngere Bild unten ist von Emil Schildt. Als interessantes Detail auf dem Bild Andrieszens finden wir Krone und Zepter des weltlichen Herrschers – sic transit gloria mundi.

Einer der wohl bekanntesten Schädel bis in unsere Zeit
(auf einem Bild von Eugène Delacroix). Hamlet,
Prinz von Dänemark, philosophiert über dem Schädel
des früheren Hofnarren Yorick:  Der Schädel hatte 
einmal eine Zunge und konnte singen…
Der Schädel in der christlichen Ikonographie –
bei allem, was du tust, denk an das Ende,
so wirst du niemals sündigen. (Sir. 7,40)


Grabsteine – das Herz, das der Steinmetz auf dem unteren zwischen Schädel und Stundenglas gesetzt hat, mag eine Erinnerung sein, daß auch in der Brust desjenigen, der hier liegt, einmal ein lebendiges Herz geschlagen hat. Vielleicht soll es aber auch den Betrachter daran erinnern, daß er ein Herz hat, das noch lebendig ist, und ein Anrühren dieses Herzens, für den Toten zu beten.


Dieser Schädel, den man meist auf Ikonen der Ostkirche sieht – hier dagegen als Detail eines Freskos von Fra Angelico – ist nicht „irgendein“ Schädel, wie man vermuten könnte, wenn man an Golgatha (Schädelstätte) denkt. Es ist der Schädel Adams, über dem sich das Kreuz Christi erhebt – also ein Sinnbild für die Überwindung des Verderbens und des Todes.


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[1] weshalb in anderen Übersetzungen Kohelets alles Windhauch ist.
[2] Daß in Zellen von Nonnen immer ein Totenschädel herumliegt, ist übrigens eines dieser aparten Gerüchte wie etwa jenes, daß sie in ihren Särgen schlafen. Jedenfalls sind mir in Klosterzellen noch keine Särge, Skelette oder herumliegende Totenschädel begegnet.

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Eines meiner Lieblingsthemen. Und übrigens auch eines meiner Lieblingsbücher, der alte Kohelet.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich mag Kohelet auch sehr gern.

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