Freitag, 25. November 2011

Laßt uns besingen die gotterfüllte Katharina

Laßt uns besingen die gotterfüllte Katharina, die überglückliche Braut Christi, die den Sinai beschirmt, uns aber beisteht und hilft.
Denn glänzend hat sie zum Schweigen gebracht durch das Schwert des Geistes die gewundenen Reden der Frevler. Nun aber, da sie trägt die Krone des Martyriums, erbittet sie uns das große Erbarmen. 
(Apolytikion)

„Kathrein stellt den Tanz ein“ – ein Merkspruch, der früher darauf verwies, daß der Advent eine der beiden Bußzeiten der Kirche ist, man nannte das auch „geschlossene Zeit“. Nach dem Fest der hl. Katharina gab es keine Tanzveranstaltungen und ähnliches mehr, um den eigentlich stillen Charakter der Adventszeit nicht zu stören.

Von Katharina von Alexandrien heißt es, daß sie „so hohe Geistesgaben und Kenntnisse hatte, daß sie daß sie selbst die weisesten Philosophen, denen der Richter sie gegenüberstellte, zum Glauben an Christus bewog". In der Ostkirche wird sie als Großmartyrin Katharina hoch verehrt.

Das Tagesgebet im alten Schott hebt vor allem auf den Ort ab, wohin Engel ihren Leichnam nach ihrem Tod brachten, den Berg Sinai.
O Gott, du übergabst dem Mose auf dem Gipfel des Berges Sinai das Gesetz
und ließet eben dort den Leib deiner heiligen Jungfrau und Märtyrin Katharina
wunderbar durch deine heiligen Engel bergen.
Wir bitten dich: gib daß wir um ihrer Verdienste und um ihrer Fürsprache willen
den Berg, der Christus ist, zu erreichen vermögen.
Das heutige Tagesgebet ist vielleicht etwas weniger gebirgig, aber auch weniger poetisch:
Herr, unser Gott,
du offenbarst uns in der Bedrängnis
die Macht deines Erbarmens.
Von dir empfing die heilige Katharina die Gnade,
das Martyrium zu bestehen.
Von dir komme auch uns die Kraft,
in aller Not auf deine Hilfe zu vertrauen.
Die Engel haben der Überlieferung zufolge den Leichnam dort hingebracht, damit kein Mann ihren Leichnam ansehen oder berühren möge. Viele Jahre waren ihre Reliquien tatsächlich verschollen. (Das Mönchskloster, das sich seit Jahrhunderten an diesem Ort erhebt und das dem Patronat der hl. Katharina unterstellt ist, war ursprünglich der Verklärung des Herrn und dem brennenden Dornbusch geweiht).

Hier eine kleine Bildergalerie – das Bild oben rechts stammt von Cenni di Francesco di Ser Cenni und zeigt die Heilige beim berühmtgewordenen Disput. Daß die Zuhörer bereits Heiligenscheine tragen, ist auf die Überzeugungskraft der Argumente Katharinas zurückzuführen.


Illumination in einem alten Psalter. Sie zeigt eines der Attribute, mit denen die Heilige meist zu sehen ist, das Rad. Hier ist es, wie die Überlieferung berichtet, zerbrochen. Da Katharina daraufhin enthauptet wurde, wird sie oft auch mit einem Schwert dargestellt. Die kleine Gestalt, die man zu Füßen der hl. Katharina sieht, ist der Kaiser Maxentius, der eigentliche Verlierer in dieser Geschichte.


Ikone der hl. Katharina mit weiteren Attributen der Heiligen, dem Kreuz, der Märtyrerpalme und Gegenständen, die von ihrer Weisheit und Gelehrsamkeit künden. Das Buch ruht auf einem kirchenartigen Buchstütze und zeigt an, wo der Platz der Heiligen im mystischen Bau der Kirche ist – bei den heiligen Jungfrauen. Um die Darstellung angeordnet sieht der Betrachter Szenen aus dem Leben der Heiligen, unten mittig das Katharinenkloster.


Die hll. Katharina und Maria Magdalena
(am Salbgefäß erkennbar)
Fresko in der (heute evangelischen) Kirche von Hude
Die heilige Familie mit den hll. Anna und
Katharina
Die hll. Jungfrauen Katharina von Alexandria, Barbara
und Margareta. Eine Darstellung mit vier heiligen Madln
löste vielleicht die Schwierigkeit mit dem Bildstock
bliebe immer noch die, einen Merkspruch zu finden,
der sich reimt.
Reliquar der hl. Katharina aus dem
frühen 15. Jahrhundert mit ebenfalls kostbar
verziertem Rad. Das Reliquar stammt
aus einem Kloster in Frankreich.
Bild eines flämischen Malers aus dem
16. Jahrhundert. Die Begeisterung für das
(zeitgemäß ziemlich rundlich geratene)
Christuskind ist augenfällig.
Ein Bild wie für einen liturgischen Kalender –
links die hl. Cäcilia, deren Fest wenige Tage
vor dem Fest der hl. Katharina gefeiert wird.

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