Samstag, 12. November 2011

Feiertagsbäume und die weihnachtsbärenfreie Zone


Status vor Weihnachten (drei Wochen vor dem ersten Advent, um genau zu sein…)

• bereits gesehene Schilder mit „Fröhliche Weihnachten!“ drauf oder Hinweisschilder auf den nächsten Christbaummarkt: null.

• angebrachte Adventsbeleuchtungen (ein Widerspruch in sich): zwei, davon seit vorgestern abend bereits eingeschaltet: eine.

in Wisconsin darf nach über fünfundzwanzig Jahren ein Christbaum wieder Christbaum genannt werden, anstelle des politisch opportuneren „Feiertagsbaumes“. (Wie ließe sich diese Reihe eigentlich fortsetzen? Ein „Feiertagsleuchter“ statt der Chanukkalampe? Jahresendflügelfiguren?) Ein Sprecher des Gouverneurs dazu: „Es ist ein Weihnachtsbaum. Ich wüßte nicht, was mehr dazu zu sagen wäre“. Genau.

• verzehrte Weihnachtsmänner (jawohl!): zwei

= gar nicht so schlecht (im Westen nichts Neues)

Weihnachtsmänner habe ich in diesem Jahr erst sehr spät gesehen (wow!), das Plüschrentier mit der weichen Nase bei Karstadt steht auch noch ganz verschämt in der Ecke und meine Frage nach Baby-Christstollen beantwortete der Einzelhandel mit einem pikierten, „sowas“ hätte man jetzt noch nicht da. Woraufhin ich mir sofort unglaublich dekadent vorkam.

Bei Dussmann dagegen kann man in wunderbar kitschigen Karten im Stil altertümlicher Oblatbilder schwelgen. Hach! (Dann aber habe ich mich [zunächst] mit einem „Und führe mich nicht in Versuchung“ von dannen gewandt.)

Die Idee des vorigen Jahres, Schokokram, nachdem es mich eventuell gelüstet, vor dem Advent (wo ich ihn nicht essen will) zu essen und nicht hierher, wenn ich ihn nicht mehr kriege (oder aber einer Versuchung erlegen wäre) hat sich als gut praktikabel herausgestellt. Und: mir ist es egal, ob ich einem Schokoladenhohlkörper in Form eines Nikolauses oder eines Weihnachtsmannes den Kopf abbeiße – schmeckt alles gleich. Wahrscheinlich sieht es in Bezug auf den Weihnachtsmann doch eher so aus wie oben rechts (Bild von page not found). Außerdem gibt es den von mir bevorzugten Weihnachtsmann von After Eight nicht als Bischof, dafür trägt er aber immerhin Grün, eine Farbe, die bis ins Mittelalter von Bischöfen getragen wurde. Vielleicht ist das eine achtbare Ausrede. Dann aber habe ich ebenfalls vorgestern abend gesehen, daß Lindt dieses Jahr offenbar den Weihnachtsbären(!) favorisiert. O tempora… Wahrscheinlich wird bei mir die individuelle Schmerzgrenze einfach nur etwas später erreicht. Hiermit erkläre ich jedenfalls diesen Blog zur weihnachtsbärenfreien Zone.


Wie der Leser unschwer erkennt, war das eigentlich mein Beitrag zum 11.11.11 um 11:11 Uhr, aber es hat nicht sollen sein. Das auf dem Bild oben war übrigens der Feiertagsbaum von Wisconsin.

Kommentare:

Thomas Didymos hat gesagt…

Das Bild von dem an der Krippe knienden Santa Claus hat mich grinsen lassen. Die Schmähung der Weihnachtsbären kann ich aber so nicht stehen lassen (was aber auch daran liegt, daß ich bei Bären überhaupt etwas eigen bin - wenn jemand etwas mit knuddeligen Bären macht dann hat bekommt er von mir *viel* Spielraum :-)). Bären sind bei mir jedenfalls immer willkommen, auch oder sogar besonders wenn sie Weihnachten feiern.

Matthias

Braut des Lammes hat gesagt…

Keinesfalls wollte ich Bären an sich schmähen, die ich ebenfalls sehr gern habe, auf Erden, am Himmel, als Grizzly oder Malaienbär, Ameisenbär oder Koala. Im vorliegenden Fall wäre mir aber ein ordentlicher Eisbär wirklich lieber gewesen als ein herzchentragender Weihnachtsbär. Und: so ein Weihnachtsbär paßt wahrscheinlich auch nicht durch den Kamin. ;P

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