Samstag, 17. September 2011

Zeugnis für Gott und seine Schöpfung – Marsch für das Leben 2011


Grade zurück (OK ein gemütliches schwäbisches Essen liegt noch dazwischen) vom Marsch für das Leben 2011, von dem zu berichten ist, daß er ruhig und vergleichsweise sehr friedlich verlief. Der rbb spricht von rund 2200 Teilnehmern und „mehreren“ bzw. „vereinzelten“ Gegendemonstranten (beste Grüße an den anonymen Kommentator hier). Schön, wir werden von Jahr zu Jahr mehr und die Gegendemonstranten – und das habe nicht nur ich so empfunden – von Jahr zu Jahr weniger. Ich denke, das Wort „vereinzelt“ trifft es ziemlich gut, gerade auch im Hinblick auf die kruden Parolen und Anwürfe, die einem da so zugeschrien werden – das kann ja kein Mensch ernstnehmen, und man fragt sich zuweilen, ob die Gegen­­demonstranten das eigentlich selber tun: sich ernstnehmen?

Im Grußwort, daß unser Erzbischof an uns richtete, heißt es:
Ich bin Ihnen sehr dankbar, daß Sie an die damit verbundene Kultur des Lebens erinnern und sich in aller Toleranz auch von Mißverständnissen und Beschimpfungen nicht von Ihrem Zeugnis für Gott und seine Schöpfung abbringen lassen. Sie leisten damit nicht zuletzt auch einen wertvollen Dienst für die Mütter und Väter, Frauen und Männer, denen das Wunder des Lebens noch nicht geborener Menschen anvertraut ist. Bleiben Sie als Gesegnete auf diesem guten Weg!
Gänzlich fernab der Spree (räusper) zogen die Teilnehmer zur Hedwigskathedrale, wo Weihbischof Weider mit uns den Gottesdienst feierte. Das Nun danket alle Gott konnte man wirklich frohen Herzens mitsingen. Angesichts des doch erheblichen Polizeiaufgebots dankte Pfr. Philip von Preußen auch der Polizei für ihren Schutz und sprach den Wunsch aus, daß der Tag kommt, an dem eine Demonstration für das Leben in Berlin keinen Polizeischutz mehr braucht. Darauf kann man wirklich nur mit Amen antworten. Noch besser wäre, wenn die Welt keine Demonstration für das Leben mehr bräuchte, weil sie erkennt, daß das Leben – jedes Leben – wertvoll ist und weil sie sich von selbst für den Wert des Lebens einsetzt.

Kommentare:

Josef Bordat hat gesagt…

Danke für den sehr ermutigenden Bericht! Nächstes Jahr bin ich - so Gott will - auch wieder dabei.

Gruß aus Valencia,
JoBo

ultramontanus hat gesagt…

Unter den Gegendemonstranten habe ich zufällig drei "alte" Bekannte wiedertroffen (und einige, die ich nur vom Sehen her kenne). (Mit einem und seinem damaligen Freund habe ich mal zusammen gewohnt, mit einem anderen habe ich mich regelmäßig abends zu *isjaauchegalwas* getroffen.) Deshalb meine ich schon sagen zu können: Ja, die nehmen sich ernst. Und ein Großteil ihrer Positionen ist inzwischen in weiten Teilen der Bevölkerung Mainstream; der Genderaktivismus penetriert insgesamt recht erfolgreich die Zivilgesellschaft. Daran wird sich auch erstmal nichts ändern. Die Abnahme der Zahl der Gegendemonstranten kommt meiner Ansicht nach nicht daher, dass weniger Menschen deren Meinung vertreten, sondern daher, dass ihre Meinung zunehmend mainstreamkonform wird und die szeneinternen Bindekräfte dadurch schwächer werden.

Braut des Lammes hat gesagt…

Vielleicht ist das ja auch ein leichtes inhaltliches Mißverständnis: die Freundin, mit der ich gegangen bin, ich und auch die die hinter uns waren, haben das was wir von dem Skandierten verstehen konnten, sämtlich als so wirr empfunden, daß man zu der Auffassung kommen könnte, man nähme sich eigentlich gar nicht ernst, sondern es ginge eigentlich nur ums Krawallmachen, egal wogegen.

Was soll "Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat" oder "If the fetus you safe is gay will you continue to protect its rights?" denn bitteschön für eine Bedeutung haben (und für wen?) bzw. auf die zweite Frage kann man nur mit "natürlich" antworten, was ist das für eine Frage? Auch irre, und so freiheitsliebend: "Religiösen Fanatikerinnen das Sorgerecht entziehen". Was "Brustkreuze" mit dem Lebensschutz zu tun haben, ist genausowenig klar wie die Logik, nach dem einem die §218-Abschaffen-Woller auf die Frage, was gewesen wäre, wenn ihre eigenen Eltern so gedacht hätten, allen Ernstes entgegnen, ja, dann wären sie halt nicht auf der Welt. –

Ich glaube eigentlich nicht, daß solch krudes Denken Mainstream ist, eher schon die allgegenwärtige Vermischung bestimmter Themenkomplexe, die letztlich überhaupt nichts "Lebensschutz" zu tun haben.

ultramontanus hat gesagt…

"Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat" -- Alle drei sind Unterdrückersysteme, erfunden von Menschen, um die große Mehrheit der Menschen zu knechten und in Unmündigkeit zu halten. Deshalb müssen Religion, Staat und Patriarchat (die sich gegenseitig stützen) in einer freien Gesellschaft mit freien Menschen fallen.

Da Lebensrechtler/Katholen/Religiöse/Rechte usw. ja alle verklemmt sind, stellt ein offen Schwuler für sie eine Bedrohung ihrer Weltsicht dar (im Geheimen lechzen sie natürlich selber alle danach). Deshalb wollen sie selbstverständlich alle LesBiSchwulen und Transgender pfählen oder verbrennen lassen, wie halt im Mittelalter. Auch wenn sie es in der Öffentlichkeit vielleicht nicht so klar sagen. Weiß doch jeder.

In der Mainstreammeinung schleifen sich natürlich die extremsten Spitzen ab, aber in welche Richtung die Entwicklung geht zeigt ein Blick auf die letzten 50 Jahre ganz gut.

ultramontanus hat gesagt…

Nachtrag: Zum Vordringen von Genderideologie & Co. vgl. auch die Resolution des Forums Deutscher Katholiken, die es hier im Anhang gibt: http://www.medrum.de/node/9997

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