Donnerstag, 15. September 2011

Viel mehr als 1000 Kreuze – Marsch für das Leben 2011

Bevor jetzt endgültig alle ins Papstfieber fallen, möchte ich auf den diesjährigen Marsch für das Leben hinweisen, der am kommenden Samstag stattfindet. In gewisser Weise paßt der Aufruf zu dem Marsch unter dem Zeichen des Kreuzes, das die Teilnehmer tragen werden, zum gestrigen Fest der Kreuzerhöhung: Gerade angesichts des Bösen und der Grausamkeit der Welt richten wir unseren Blick auf das Kreuz.

Bitte kommt zahlreich – in jedem Jahr werden allein in Deutschland mehr als 110.000 Kinder abgetrieben. Zenit hatte vor einiger Zeit darauf hingewiesen, daß die Zahl der Abtreibungen in Irland dank der Arbeit von Pro Life-Organisationen zurückgegangen ist. Das ist ein ermutigendes Zeichen. (Und nein, diese Frauen sind nicht einfach in andere Länder gefahren, sie haben sich für das Kind entschieden).

Der Marsch beginnt in diesem Jahr mit einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt[1]. Von dort aus ziehen wir zur Hedwigskathedrale, wo um 15.30 Uhr in der Hedwigskathedrale eine Andacht stattfindet.

Zum Marsch für das Leben gibts ja eine Gegendemo mit dem unsagbaren Motto 1000 Kreuze in die Spree. Beim Predigtgärtner kann, wer sich das antun will, auf Video sehen, wie es aussieht, wenn Leute meinen, Regeln in einer Demokratie gälten nur für die andern, für sie selbst nicht.

Am eigenartigsten unter den Schubladen, in denen sich die Teilnehmer am Marsch jeweils wiederfinden dürfen, berührt mich der Vorwurf der Frauenfeindlichkeit. Neben dem Schutz ungeborener Kinder geht es doch aber gerade auch um die Sorge um die Frauen. Zu den Forderungen der Gegendemonstranten gehört die völlige Freigabe von Abtreibungen – das ist nicht nur frauenfeindlich, es ist schlicht menschenfeindlich.

Da mein Kommentar zum Video beim Predigtgärtner vielleicht etwas kurz ausgefallen ist: Wie man sich denken kann, kann ich an der Schändung von Kreuzen und der Drangsalierung friedlicher Demonstranten nichts Gutes finden. Insofern ist jedes Holzkreuz, das einem der schweigenden Marschteilnehmer gewaltsam weggenommen worden ist, um es in den Fluß zu werfen, ein Kreuz zuviel. Und natürlich ist das Demokratieverständnis dieser Leute defizitär. Es ist überhaupt eines der Phänomene, daß diejenigen, die den Wunsch nach Freiheit – oder das was man dafür hält – am lautesten einfordern und vor sich hertragen, oft am rigidesten sind, wenn es darum geht, die Freiheit anderer zu beschneiden. In diesem Fall das Recht, seine Überzeugung in einer friedlichen Demonstration zum Ausdruck zu bringen. Eines der Rechte, die eine Demokratie sehr weitgehend einräumt, sogar den Gegendemonstranten.

Aber: bedenkt, wie kläglich deren Aktion ausgegangen ist: das Video zeigt sieben Kreuze, insgesamt sollen es vierundvierzig gewesen sein. Wenn tatsächlich vierundvierzig Kreuze in den Fluß geworfen[2] wurden, bedeutet das: mindestens 956 (eher mehr, da die Teilnehmerzahl 1800 weit überstieg) wurden es nicht.

Kommt zum Marsch für das Leben am 17. September um 13 Uhr vor das Bundeskanzleramt. Wir brauchen euer Zeugnis.

_____
[1] Bitte beachten: im Unterschied zu den Vorjahren ist die vorherige Kundgebung und der Ort, von dem der Marsch seinen Anfang nimmt, vor dem Bundeskanzleramt. Wäre mir das nicht letztens aufgefallen, wäre ich sicher zum Alex gefahren.

[2] Im Falle eines Falles gedenke ich, mir das Kreuz übrigens auch nicht so einfach wegnehmen zu lassen. Ich hatte mich zwischendurch halbwegs ernsthaft schon gefragt, ob der Gedanke an das Kreuz als Waffe in mehr als einer Hinsicht beichtwürdig wäre, bin aber auf Notwehr verfallen.
Kleines Foto: David Vogt

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Die kurzfristige Genugtuung, wenn sich der Gegendemonstrant das Schienbein hält, weil er mit Deinem Kreuz in Notwehr kollidiert ist mußt Du sicher beichten.

Das soll jetzt aber kein Aufruf zu Gewalttätigkeiten sein.

Alles Gute und ich wünsche keine bedrohlichen Zusammenstöße.

Braut des Lammes hat gesagt…

Danke, ich hoffe auch, daß alles ganz friedlich und kollisionsfrei verläuft.

Jesusjünger Brandenburg hat gesagt…

Dir ist schon klar, dass du Unsinn redest. Die Polizei hat 2010 davon geredet, dass sie rund 90 Kreuze aus der Spree geholt hat. Außerdem waren nicht mehr als 600 Kreuze verteilt, eingesammelt wurden aber nur rund 400. Die Zahl von 1600 Protestierenden ist... nun ja gelogen, Baby.

Aber so sind sie, deine Fundifreunde: Wenn sie wollen, lügen sie einfach. Und so was will sich christlich nennen. Pah. Santasjünger. Feige und Dumm.

Braut des Lammes hat gesagt…

Obwohl ich mir vorbehalten, auf meinem Blog Unsinn auch einfach nicht zu veröffentlichen, habe ich diesen Kommentar freigeschaltet. Zum einen ist er inhaltlich so voller Fehler, daß er einfach nur absurd ist. Die Zahl der Teilnehmer beispielsweise lag weit über 1800 bis gegen 2000 – längst noch wenig genug übrigens für eine Großstadt von knapp 3,5 Mio. Einwohnern. Das sind übrigens offizielle Zahlen.

Zum anderen: wer ist hier feige: der der vermummt schweigende Demonstranten schikaniert oder der, der mit nichts als einem Kreuz in der Hand friedlich für seine Überzeugung einsteht? Der, der sich für das Leben einsetzt oder der, der für das Recht Wehrlose töten zu können einsetzt?

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