Donnerstag, 15. September 2011

Unsere liebe Frau von der Einsamkeit – Gedächtnis der Schmerzen Mariens

Ihr alle, die ihr vorüberkommt, gebt acht und schaut, ob ein Schmerz dem meinen gleicht.
℣: Siehe, ich bin die Magd des Herrn,
℟: mir geschehe nach deinem Wort.
Herr Jesus, dein toter Leib wurde in den Schoß deiner Mutter gelegt. Wir bitten dich: Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.  (13. Kreuzwegstation)

Der Tag nach Kreuzerhöhung stellt uns die Schmerzen Mariens vor Augen. Maria ist der Mensch, der Christus vom ersten Augenblick seiner Menschwerdung an bis unters Kreuz begleitet hat, seine Mutter. Als Maria unter dem Kreuz stand, erfüllte sich die Prophezeiung bei der Darstellung im Tempel: Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Deshalb nennt man die Gottesmutter auch Königin der Märtyrer.

In der Lesung zur Matutin dieses Gedenktages hören wir dazu vom hl. Bernhard:
Wundert euch nicht, Brüder, daß wir sagen, Maria sei in ihrer Seele Märtyrin gewesen. Wundern kann sich darüber nur, wer vergißt, daß Paulus die Gefühllosigkeit zu den schlimmsten Sünden der Heiden rechnet. Gefühllosigkeit aber war vom Herzen Marias weit entfernt und sollte auch ihren Dienern fremd sein. Doch vielleicht wendet jemand ein: „Wußte sie denn nicht im voraus, daß er sterben würde?“ Ohne Zweifel! „Hoffte sie denn nicht, daß er sogleich wieder auferstehen werde? “Aber gewiß! „Und trotzdem schmerzte es sie, daß er gekreuzigt wurde?“ Ja, es schmerzte sie heftig! Wer bist du Bruder, und woher hast du deine Weisheit? Warum wunderst du dich mehr über das Mitleiden Marias als über da Leiden ihres Sohnes? Da er dem Leibe nach sterben konnte, wie hätte da ihr Herz vermocht, nicht mit zu sterben? Jenes bewirkte die Liebe, die größte, die es gibt. Aber auch dieses tat die Liebe, die zweitgrößte nach jener.
In spanischsprachigen Ländern und vor allem auf Kuba verbreitet ist die Verehrung der Virgen de la soledad (auch: Nuestra Señora del mayor dolor en su soledad). Hier tritt sehr deutlich hervor, worum es bei der Betrachtung des Festgeheimnisses eigentlich geht. Unsere liebe Frau von der Einsamkeit – die tiefe Beziehung Mariens zu ihrem einzigartigen Sohn und seinem Leben, das Empfinden eines Schmerzes, dem kein anderer gleicht, muß in ihr das Gefühl großer Einsamkeit hervorgerufen haben.

Rufen wir heute die Gottesmutter im Gebet für alle an, die einsam sind, die Ungeliebten, die ungewollten Kinder, die Flüchtlinge, jene die in der Erwartung des nahenden Todes leben und alle Verstorbenen, an die niemand mehr denkt.

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Bild: auf diesem Fresko der Beweinung Christi in der Cappella degli Scrovegni in Padua weinen sogar die über der Grablegung schwebenden Engel.

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Bin mit bei den Betern heute.

Hübsch übrigens, die gelbweiße kleine Flagge in der Tableiste!

Braut des Lammes hat gesagt…

Das ist schön, danke dir! :)

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