Montag, 12. September 2011

Heiligster Name Mariens

Verkündigung von Fra Filippo Lippi. Die Heiligenscheine des Malers
haben oft recht aparte Formen. Hier hat der Heiligenschein der Jungfrau die Form eines Sterns.

Gegrüßest seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.
(Offertorium des Festes Heiligster Name Mariens)
Heilige Maria, Mutter Gottes, heilige Jungfrau über allen Jungfrauen – so beginnt die Anrufung der Heiligen bei der Allerheiligenlitanei.

Unter allen Heiligen ragt die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria heraus: die Kirche stellt sie uns vor Augen als Königin der Engel, Propheten, Apostel, Märtyrer, Bekenner, der Jungfrauen und schließlich aller Heiligen. In der Tat ist die Schönheit der Berufung aller Menschen zur Heiligkeit besonders leicht zu erkennen, wenn man das Leben Mariens betrachtet. Allein durch die Betrachtung der Heiligkeit Mariens können wir selbst wenigstens etwas heiliger werden.

Zum Festgeheimnis des heutigen Festes Heiligster Name Mariens kommen mir auch immer die vielgestaltigen und wunderschönen Anrufen aus der lauretanischen Litanei in den Sinn: vortreffliches Gefäß der Andacht, starker Turm Davids, goldenes Haus, Arche des neuen Bundes, geheimnisvolle Rose – insgesamt sind es über fünfzig. Neben sehr poetisch anmutenden, die zur Betrachtung einladen, rufen wir Maria auch unter ganz schlichten an, die jedes Kind verstehen und begreifen kann: gütige Jungfrau, Mutter des Erlösers, Heil der Kranken, Trösterin der Betrübten, Hilfe der Christen.

Am schönsten wird Maria wohl einem Stern verglichen, dem Morgenstern, dem Stern des Meeres, dem, der auf den anbrechenden Tag – Christus – verweist und auf den man schauen kann, wenn man die Richtung zu verlieren meint.
Der Name der Jungfrau, sagt der Evangelist, war Maria. Wir wollen ein wenig über diesen Namen sprechen. Er heißt übersetzt: Stern des Meeres und eignet sich sehr wohl für die Jungfrau-Mutter. Sehr zutreffend nämlich ist sie einem Stern vergleichbar. Wie der Stern ohne Einbuße seiner selbst seinen Strahl aussendet, so hat sie als Jungfrau den Sohn geboren, ohne daß ihre Jungfräulichkeit gemindert wurde. Der Strahl mindert nicht des Sternes Heiligkeit, so auch nicht der Sohn die Unversehrtheit der Jungfrau. Sie ist jener hehre Stern, aufgegangen aus Jakob, dessen Strahl die ganze Welt erleuchtet, dessen Glanz die Himmel überstrahlt, die Tiefen durchdringt und alle Lande erhellt. Er wärmt mehr den Geist als den Körper, läßt die Tugenden reifen und verbrennt die Laster. Sie ist, sage ich, jener herrliche auserlesene Stern, unendlich erhoben über das weite Meer, strahlend durch Verdienste, leuchtend als Vorbild. (aus einer Predigt des hl. Bernhard von Clairvaux über Maria, den Stern des Meeres)

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Der Engel hat eine Tonsur! Und Pfauenfedern. Was für eine Kombination.

Braut des Lammes hat gesagt…

;)) Die "Pfauenfedern" sind mir auch aufgefallen, weil ich überlegt habe, ob es vielleicht Augen sind. Das kann auch sein, weil Gabriel zu den Seraphim gehört, die haben sowas.

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