Montag, 19. September 2011

Gegen alle Hoffnung… Kirchbau in Mejorada del Campo


Gestern im Gespräch fiel er mir wieder ein – der Mann, der seit über 50 Jahren eine Kirche erbaut, aus Schrott und dem, was andere Leute wegwerfen. Don Justo Gallego Martínez, früher einmal Trappist, tut dies auch aus Dankbarkeit für seine Heilung von der Tuberkulose, die er einem Wunder zuschreibt. Wegen der Tuberkulose hat er die Trappisten wieder verlassen müssen – trotzdem ist er dankbar, einfach nur am Leben zu sein und etwas für Gott tun zu dürfen.

Vor Jahren habe ich einen feinfühligen Bericht über ihn gesehen, wie er irgendwo an dem Bau weiterbaut, wenn gerade das entsprechende Material da ist. So klebt er etwa die Mosaiken für die Fenster aus vielen Tausenden von Altglassplittern zusammen. Was dabei herauskommt, ist zumindest erstaunlich zu nennen. Die Kirche, die Don Justo baut, ist zudem kein Kapellchen, sondern eher ein Dom: sie ist etwa fünfundfünfzig Meter lang und fünfunddreißig Meter hoch.

Bild vom Bau in Mejorada del Campo

Seinerzeit wußte er nicht zu sagen, ob und wie die Kirche jemals fertig wird, schließlich baut er schon eine Weile daran (seit 1961) und wird morgen 87 Jahre alt. Außer sonntags verbringt er jeden Tag etwa zwölf Stunden auf seinem Bau, den er übrigens ohne Baugenehmigung errichtet. – Das Gottvertrauen und die schiere Hingabe, mit der er das tut, haben mich seinerzeit bewegt und auch beschämt. Wie schnell bin ich selbst manchmal bereit, bei Schwierigkeiten lieber auszuweichen oder eine Absicht bei starkem Gegenwind auch ganz aufzugeben.

Gegen alle Hoffnung hat er geglaubt, möchte man über diesen einfachen Mann sagen, der das Geringste verwendet und tut, um etwas zum Ruhm und der höheren Ehre Gottes zu schaffen. Nun habe ich gelesen, hat er einige Helfer gefunden, so daß eine Aussicht besteht, sein Vorhaben doch zu Ende zu bringen. Wie schön wäre das.

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