Montag, 26. September 2011

Der Weinstock und die Reben – zur Predigt im Olympiastadion

Auf dieser ikonographischen Darstellung sitzt Christus auf dem Altar, der zugleich ein Symbol seiner selbst ist. Christi Leib ist gezeichnet von seinem Leiden, umgeben und gekrönt ist er mit den Symbolen seines Leidens und Sterbens. Aus seiner Seitenwunde entwindet sich der Weinstock, trägt Frucht; und es ist wiederum Christus selbst, der die reife Frucht erntet, mit der er den Meßkelch bereitet. Das Kreuz hinter dem Herrn bietet den Reben Halt.


Johannes greift hier meinen gestrigen Beitrag mit Wordles zweier Predigten des Heiligen Vaters bei seiner Deutschlandreise. Bei Wordle ist die Größe eines Wortes in der Graphik abhängig von der Häufigkeit, mit der es verwendet wurde (das hatte ich gestern nicht dazugeschrieben). Auf einen Blick erschließt sich, was wirklich das Thema der Rede war, und ich finde das wirklich frappierend.

Es ist mir nach der Predigt im Olympiastadion, die ich wirklich wunderbar fand, aufgefallen, wie manche Leute da vor allem das vom Dürren und Toten gehört haben. In der Tat verwendet Papst Benedikt an vier Stellen das Wort vom Dürren. Man achte aber genau, wie das geschieht, voll Vertrauen und Hoffnung:
und er führt aus, daß der Winzer zum Messer greift, die dürren Reben abschneidet und die fruchttragenden reinigt, so daß sie mehr Frucht bringen. Gott will – um es mit dem Bild des Propheten Ezechiel zu sagen, das wir in der ersten Lesung gehört haben – das tote, steinerne Herz aus unserer Brust nehmen, um uns ein lebendiges Herz aus Fleisch zu geben. Er will uns neues, kraftvolles Leben schenken. Christus ist gekommen, die Sünder zu rufen.

In aller Not und Dürre
ist er die Quelle, die das Wasser des Lebens schenkt, die uns nährt und stärkt.

Wo den Rebzweigen Dürre und Tod drohen, da ist in Christus Zukunft, Leben und Freude.

Denn Gott will nicht das Dürre, das Tote, das Gemachte, das am Ende weggeworfen wird,
sondern das Fruchtbare und Lebendige, das Leben in Fülle.
Dieses Wort vom Leben in Fülle hat Papst Benedikt in seinem letzten Wort an uns beim Abflug noch einmal aufgegriffen:
Ich ermutige die Kirche in Deutschland, mit Kraft und Zuversicht den Weg des Glaubens weiterzugehen, der Menschen dazu führt, zu den Wurzeln, zum wesentlichen Kern der Frohbotschaft Christi zurückzukehren. Es wird kleine Gemeinschaften von Glaubenden geben – und es gibt sie schon –, die in die pluralistische Gesellschaft mit ihrer Begeisterung hineinstrahlen und andere neugierig machen, nach dem Licht zu suchen, das Leben in Fülle schenkt.
Also, ich finde da nichts Dürres und Totes, ich höre von Glauben, Liebe und Hoffnung.

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