Mittwoch, 14. September 2011

Dein Kreuz, o Christe, grüßen wir – Kreuzerhöhung

Du hast das Heil der Welt auf das Holz des Kreuzes gegründet. Vom Baum des Paradieses kam der Tod, vom Baum des Kreuzes erstand das Leben. Der Feind, der am Holz gesiegt hat, wurde auch am Holze besiegt durch unseren Herrn Jesus Christus.
(Präfation zum Fest der Kreuzerhöhung)

Am Fest Kreuzerhöhung gedenkt die Kirche zweier mit dem heiligen Kreuz verbundenen Ereignisse: seiner Wiederauffindung und der Rückkehr des Kreuzes aus Persien nach Jerusalem. Als die Kaiserin Helena sich im Heiligen Land aufhielt, berichtete ihr der Überlieferung zufolge ein alter Mann namens Juda, daß das Kreuz Christi unter dem Tempel der Venus vergraben sei, den Kaiser Hadrian auf Golgotha hatte errichten lassen, worauf die Kaiserin den Tempel der Venus niederreißen ließ. Unter ihm fand man wirklich drei Kreuze. Da man nicht sicher war, welches der drei Kreuze das des Herrn gewesen war, berührte der Patriarch Macarius damit eine Sterbende, und sie genas bei der Berührung mit dem wahren Kreuz. Darauf erhob der Patriarch das Kreuz hoch über die Versammelten und diese sangen: Herr, erbarme dich. Die Kaiserin ließ eine silberne Umhüllung für das heilige Kreuz angefertigen, in der es aufbewahrt wurde.

Als Chosrau II. von Persien Jerusalem eroberte, versklavte er die Einwohner Jerusalems und nahm das kostbare Kreuz als Kriegsbeute mit nach Persien. Dort blieb es 14 Jahre. 627 siegte der griechische Herrscher Herakleios über Chosraus Truppen in der Schlacht bei Ninive und führte das Kreuz 628 im Triumphzug nach Jerusalem zurück. Der Patriarch Zacharias, der dort die Rückkunft des Kreuzes erwartete, hatte zuvor in einer Vision einen Engel gesehen, der dem Herakleios bedeutete, das Kreuz so durch die Straßen zu tragen, wie Christus selbst es getan hatte: ohne kostbare Gewandung, demütig und barfuß. Dies ließ er Kaiser Herakleios mitteilen, der wirklich sein kostbares Gewand und seine Schuhe ablegte und das Kreuz durch die Straßen Jerusalems trug, wo er es in der Auferstehungskirche zur Freude und zum Trost der Christenheit aufrichtete.

Welch wundersames Paradoxon liegt in der Betrachtung des heiligen Kreuzes. Was einst ein Zeichen der Schande und der Entwürdigung war, ist zur Planke geworden, die uns rettet, zum Pfosten, der den Tod abhält, wie wir im Festhymnus des Venantius Fortunatus Heilig Kreuz, du Baum der Treue singen. So wird das Kreuz zum Zeichen des Sieges. In einem anderen Hymnus, den wir am Palmsonntag singen, hat eben dieser Hymnendichter wunderbar ausgedrückt, worum es beim Fest der Kreuzerhöhung geht:
Dein Kreuz, o Christe, grüßen wir; all unsre Hoffnung steht zu dir.

Kommentare:

Oremus hat gesagt…

Wieder einmal danke für einen Text, der zu Christus führt!
Frage: Ist es okay, wenn ich auf Radio Maria (morgen Freitag "Gebet um 2") aus Deinem Text zitiere?
LG und GS!!!

Braut des Lammes hat gesagt…

Vielen Dank und sehr gern, ich fühle mich gebauchpinselt… ;)

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