Montag, 29. August 2011

Unter allen Menschen ist keiner größer als Johannes – Enthauptung des Täufers

Auf dem Bildnis Rembrandts ist Johannes der Täufer, der den Menschen
 in der Wüste predigt, umgeben von Licht, denn er ist gekommen,
um Zeugnis für das Licht abzulegen.
Gott hat den hl. Johannes den Täufer dazu berufen, der Vorläufer seines geliebten Sohnes zu sein. Davon gibt schon die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth Zeugnis, denn es heißt: Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.

Da Johannes der Vorläufer war, führte er auf Eingebung des Geistes ein jungfräuliches, entbehrungsreiches Leben in der Einsamkeit, geprägt von Einkehr, Fasten und Werken der Buße. Wie der, von dem er Zeugnis ablegen sollte, begann er sein öffentliches Wirken im Alter von 30 Jahren.

Der Tetrarch Herodes Antipas (der Sohn des Herodes, der auf das Wort der Sterndeuter hin den neugeborenen Jesus verfolgen ließ), hatte die Frau seines Bruders Philippus geheiratet, obwohl dieser noch am Leben war, und seine eigene Frau verstoßen – eine Verletzung aller moralischen und religiösen Gesetze. Johannes ermahnt Herodes in deutlichen Worten: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen.

Der Fortgang ist bekannt: Herodes Antipas läßt in seiner Verärgerung Johannes ins Gefängnis werfen. Etwa ein Jahr nach dessen Einkerkerung gibt der Tetrarch ein Festmahl zu seinem eigenen Geburtstag. Von Herodias und ihrer Tochter Salome aufgestachelt, läßt Herodes Salome als Gunstbeweis für ihren Tanz das Haupt des Johannes in einer Schüssel übergeben. Zwar wird verschiedentlich erwähnt, daß Herodes Antipas den Johannes halb gegen seinen Willen hat hinrichten lassen, ganz so ist es aber wohl doch nicht, im Evangelium heißt es, er fürchtete sich vor ihm, deshalb schützte er ihn. Nun ergab sich eine Gelegenheit, den Mißliebigen loszuwerden und damit Furcht und schlechtes Gewissen. Scheinbar drei Fliegen mit einer Klappe. Warum Salome, ein junges Mädchen, sich etwas so Groteskes und Scheußliches als Belohnung ausbittet, erfragt er nicht.

Der Kirchenvater Ambrosius hebt die seelische Grausamkeit der Umstände bei der Hinrichtung des Johannes hervor, da der Tetrarch an diesem Tag seinen Geburtstag feierte:
Wer hätte nicht, da er ein Gelaufe vom Festmahl zum Kerker sah, vermutet, es sei die Freilassung des Propheten angeordnet worden? Wer hätte nicht, sage ich, an eine Abordnung zur Entlassung des Johannes geglaubt, nachdem er vernommen, es sei der Namenstag des Herodes, ein festliches Gelage, einem Mädchen sei die Wahl anheimgegeben worden, eine Gnade sich auszubitten?
Der Kirchenvater Hieronymus berichtet, daß die wütende Herodias die Zunge, die einst Zeugnis für die Wahrheit ablegte, mit einer Ahle durchbohren ließ. Die irdische Stimme des Rufers in der Wüste schien für immer verstummt, und doch hören wir sie noch heute.

So starb der Vorläufer des Herrn nach etwa zwei Jahren öffentlichen Wirkens auf grausame, erniedrigende Weise, wie der, von dem er kündete und nur etwa ein Jahr vor ihm. Wegen seiner harten Gefangenschaft und seines gewaltsamen Todes ist der hl. Johannes der Täufer der Schutzpatron all jener, die ungerecht verurteilt Gefangenschaft oder Tod erleiden oder wegen ihres Glaubens verfolgt werden – ein mächtiger Fürsprecher, den wir für die verfolgten Christen anrufen sollten.

Es ist höchst angemessen, daß wir unter allen Heiligen (die Gottesmutter ausgenommen) einzig bei Johannes dem Täufer neben dem Todestag auch den Tag seiner Geburt feiern und dieser Tag eine eigene Vigil hat: Jesus Christus selbst sagt von ihm: Unter allen Menschen ist keiner größer als Johannes.

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Danke für die Gedanken. Wusste das mit der Zunge noch gar nicht...!

Braut des Lammes hat gesagt…

Gern. Bei der Sache mit der Ahle, verschiedentlich wird auch das Wort Dolch verwendet) hatte ich mich allerdings insofern in einem Detail nicht ganz richtig erinnert, als es dort heißt, sie hätte es selbst getan.

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