Sonntag, 21. August 2011

Schlüssel und Türen

Bild des Tages – die Kuppel des Petersdoms, um die herum sich im Innern als Spruchband die Worte des Herrn aus dem heutigen Tagesevangelium an Petrus ziehen: Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum – Du bist der Fels, und über diesem Felsen will ich meine Kirche errichten und dir gebe ich die Schlüssel des Himmelreiches. Jeder dieser Buchstaben ist im übrigen zwei Meter hoch, sonst könnte man sie vom Boden des Domes aus gar nicht lesen.

In der ersten Lesung des heutigen Tages haben wir eine kurze Begegnung mit dem Advent und der Antiphon O Schlüssel Davids, die ich sehr liebe und die in sehr engem Verhältnis dazu steht.

Der Schlüssel Davids ist ein uraltes messianisches Symbol, was er vermag, drückt die erste Lesung aus dem Buch Jesaja [1], aus der die Worte der adventlichen Antiphon O Schlüssel Davids stammen, auf wundervolle Weise aus: Du öffnest und niemand kann schließen, du schließest und niemand vermag wieder zu öffnen. Den Schüssel übergab zu Zeiten König Davids der König seinem höchsten Würdenträger – wer die Schüssel führte, hatte Vollmacht.


Der Fels, der Eckstein, auf dem sich der ganze Bau gründet, durch den er, wie es heißt, zusammengehalten wird, ist Christus selbst, wie er auch der Schlüssel zum Himmelreich selbst ist. Als Zeichen seiner Vollmacht überträgt Christus dem Stellvertreter die Gewalt, zu binden und zu lösen. Auf diesem Fresko, ebenfalls im Vatikan, nimmt Petrus die Schlüssel mit großer Demut entgegen, was ich gut verstehen kann. Daß Christus selbst, einem Menschen ein solches Amt zutraut, es ihm übergibt, obwohl er um die Schwäche desjenigen weiß, der die Schlüssel erhält und sie führt, die Kirche schützen und leiten soll – das kann Simon Petrus und jeder seiner Nachfolger, das kann jeder Bischof und Priester eigentlich nur mit Demut annehmen.

Vielleicht spiegelt die Haltung Petri auch etwas von der jetzt schon aufdämmernden Erkenntnis, wie schwer und fordernd ein solches Amt auch ist. Beten wir für unseren Schlüsselinhaber, Papst Benedikt, daß er nicht müde wird und er auch Stärkung erfährt in seinem Amt.


Koinzidenzen: Gekreuzte Schlüssel sind auch im Wappen unseres neuen Erzbischofs Rainer Maria (weil sie zum Wappen des Erzbistums Berlins gehören), und wir hatten heute in der hl. Messe einen kleinen Täufling namens Benedikt, der bei der Eröffnung im Kirchenportal gleich mal energisch nach dem Rituale gegrapscht hat – was Anzeichen einer künftigen Berufung sein könnte. Die Eröffnung im Kirchenportal, bei dem dem Täufling die Tür zur Kirche aufgetan wird, fand ich dabei trotzdem sehr anrührend.

____
[1] Lektorenpanne der gestrigen Vorabendmesse bei der zweiten Lesung: „O Tiefe des Weistums!“ (Mist!) Immerhin habe ich die gute Gabe, meiner vorhandenen Lachlust an solchen Stellen zu widersagen und einfach stoisch weiterzulesen.

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...