Freitag, 26. August 2011

Die Lampen und das Öl – Gleichnis von den Jungfrauen

Im Tagesevangelium hören wir heute das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen. Was ist das mit dieser Lampe und dem Öl? Der Aquinate und die Kirchenväter haben sich dran abgearbeitet.

Sicher ist: ohne Öl nützt einem in der Nacht die beste und schönste Lampe nichts. Mir ist in den Sinn gekommen, die Lampe sei die Aufnahme in die Kirche durch die Taufe, das Geschenk des Glaubens. Wenn ich für diese Lampe kein oder zu wenig Öl habe, weil ich nicht bete und die Sakramente nicht empfange, habe ich zwar noch die Lampe, aber sie leuchtet mir nicht.

In dieser Deutung erscheint auch die mangelnde Bereitschaft, das vorhandene Öl zu teilen, nicht als Unfreundlichkeit derjenigen, die noch Öl haben, sondern es geht einfach nicht: wir können zwar für andere beten (im Sinne der Fürbitte), aber nicht für andere die Sakramente empfangen. Öl gibt es bei den Händlern, Sakramente bei den Priestern. Der Ratschlag, zu den Händlern auf dem Marktplatz unseres Lebens zu gehen, ist daher ein guter Rat.

Die Tür, die zum Bräutigam, zum Mahl des Lammes, führt, ist der Tod. Im Gleichnis heißt es, daß der Bräutigam wiederkehrte, während die Jungfrauen, die kein Öl hatten, noch unterwegs waren. Ob sie in der Zwischenzeit noch Öl aufgetrieben haben, wird nicht berichtet, vermutlich nicht. Jedenfalls waren sie nicht rechtzeitig zurück. Dieses Gleichnis wird uns nicht erzählt, damit uns die verschlossene Tür und das endgültige – endgültiger geht es nicht mehr – „Ich kenne euch nicht“ des Herrn schrecken soll, sondern um uns zu zeigen, was hinter dieser Tür liegt und wie wir es erlangen können.

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