Dienstag, 2. August 2011

Das Wunder

In diesem wirklich schönen Beitrag berichtet Fr. Longenecker, wie er als junger Pfarrer beschloß, wieder anspruchsloser, aus dem Glauben an die Vorsehung, zu leben und wie ihm und seinem Bruder dabei ein Sack Mehl viel länger reichte als er es eigentlich hätte können. Die wundersame Brotvermehrung einmal anders.

Zugleich erinnert die Geschichte ein wenig an den hl. Franz, einen der Narren Gottes, der sich ohne jeden Besitz und ebenfalls aus schierem Glauben heraus daran machte, die verlassene Kirche Sta. Maria von den Engeln (kurz Portiuncula genannt), wieder aufzubauen – etwas, was Christus selbst ihm aufgetragen hatte: Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät. Franziskus hörte diese Stimme von einem Kreuz in San Damiano herab und leistete ihr wörtlich Folge. Ebenso buchstäblich wollte er dem Herrn in seiner Armut nachfolgen. Obwohl Franziskus die wiederhergestellte Kapelle Portiuncula als Geschenk angeboten worden war, bestand er darauf, sie zu mieten – für einen Korb Fische jährlich.

In dem Kirchlein Portiuncula (was soviel wie Fleckchen oder kleines Erbteil bedeutet) wurde mitten in der Nacht des Palmsonntag 1212 die heilige Klara eingekleidet. Franziskus gab ihr ein schlichtes Gewand, schnitt ihr die blonden Haare ab - die von den Nonnen in Assisi immer noch als Reliquie verwahrt werden -, und nannte sie „die erste meiner armen Frauen“. Aus diesem einfachen Beginn entwickelte sich einer der beiden größten beschaulichen Frauenorden, die Klarissen, die man auch den seraphischen Orden nennt.

Die kleine Kirche Sta. Maria hat heute den Rang einer Patriarchalbasilika. Der 2. August ist seit 1223 mit einem besonderen Ablaß verbunden, dem Portiuncula-Ablaß (den man sogar mehrmals gewinnen kann. Die Kirche empfiehlt, solche Ablässe den Verstorbenen zuzuwenden).

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