Sonntag, 28. August 2011

Blitzlichter zum 22. Sonntag im Jahreskreis

Heute ist mir wieder einmal aufgefallen, um wievieles innerlich ruhiger eine Meßfeier schon ist, wenn der Zelebrant die Gebete singt. Sicherlich liegt das auch daran, daß man eben anders singt als man spricht. Die Gläubigen haben, wenn der Zelebrant das Tagesgebet, die Präfation und das Hochgebet singt, viel mehr Zeit, deren Worte in sich aufzunehmen (mir jedenfalls geht es so).

Daß bei uns der Antwortpsalm so gesungen wird, wie es die liturgische Ordnung vorsieht (und zwar zwischen beiden Lesungen), genieße ich sehr, denn der Psalm ist einer meiner Ruhepunkte in der Messe. Man kann die Augen schließen, auf die Worte des Psalmisten hören und in aller Ruhe die Antiphon singen. Das ganze hat auch etwas vom Vorgang des Atemholens an sich.

Singt der Zelebrant (und auch der Kantor) auch noch einigermaßen schön, ist das an sich schon ein sinnlicher Genuß. Meiner natürlich völlig unmaßgeblichen Meinung nach gibt es eigentlich keinen Grund, beim Singen sparsam zu sein, es sei denn, man könnte kaum einen Ton richtig herausbringen. Solche gibts auch, aber eher weniger.* Das Prinzip der sogenannten abgestuften Feierlichkeit ist eher nicht meins, auch entgeht mir seine Logik weitgehend: warum sprechen, wenn man singen kann? Wenn es ganz besonders feierlich werden soll, hat man immer noch eine Sequenz oder eine Coda als Trumpfkarte im Ärmel).

Das heutige Tagesgebet enthält einen sehr schönen Gedanken
Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.
Der Name Jesu, wie man ihn auch immer liest, bedeutet Rettung: Gott rettet, Jesus Heiland, Seligmacher, Jesus Christus, Sohn Gottes, Erlöser. Die Liebe zum Namen Jesu ist die Liebe zu dem, der uns rettet.

Die Heilige Messe hat ein sehr netter polnischer Priester gefeiert, der zur deutsch-polnischen Ferienakademie gekommen ist. Gefragt nach dem Namen des Bischofs mußte ich mich einen Moment sortieren, ums Haar hätte ich „Georg“ geantwortet. Da ist mir innerhalb von 24 Stunden ein weiteres Mal bewußt geworden, daß ich es immer noch nicht ganz verarbeitet hab, daß er nicht mehr da ist. Er fehlt mir.

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*zur Zeit wird die Gemeinde in der Werktagsmesse am anderen Ort allerdings von irgendwelchen Brüllaffen direkt aus der Hölle übernommen. Auch nicht schön.

Bild: El Greco: Anbetung und Verherrlichung des Namens Jesu.

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