Samstag, 27. August 2011

Amtseinführung des neuen Erzbischofs

Die Krümme des Stabes unseres neuen Erzbischofs finde ich auch schön, er ist in der Predigt auf das Bild eingegangen:
Am Übergang vom Holz des Stabes zur Krümme sind die Hl. Drei Könige zu sehen. Sie entwachsen ihm gewissermaßen. Ihre Köpfe, ihre Augen, der suchende Blick – alles an ihnen ist ausgerichtet auf den Stern in der Höhe, der über ihnen steht und auf das Kind verweist, das in der Mitte des Bogens zu sehen ist. Diese drei – sie stehen im Grunde stellvertretend für einen jeden von uns, diese drei, die auf der Suche sind nach dem, was ihr Leben ausmacht. Auch wir suchen danach. Welchen Sinn hat mein Leben? Was soll aus mir und meinem Leben werden – ich meine: endgültig werden? Wo finde ich mein Glück, mein Lebensglück? Wo die Wahrheit meines Lebens? Wir Christen sind überzeugt, dies alles gefunden zu haben in dem, zu dem hin sich damals die drei Weisen aus dem Morgenland aufmachten: in Jesus Christus.

Vom entscheidenden Augenblick, der Besitzergreifung der Kathedra, hab ich trotz eines sonst guten Platzes so gut nichts gesehen, weil ich genau hinter selbiger stand (und kiebitzen hinter der Bande vor wollte ich nicht). Für solche Fälle gibts aber (hoffentlich) zum Glück das Internet.

Ganz wunderschön war die Verlesung der Ernennungsurkunde vorher, wegen der schönen Worte, die der heilige Vater gefunden hat:
Dir, verehrter Bruder, stehe nun zur Seite die selige Jungfrau Maria, deren unbefleckten Herzens wir heute gedenken. Mögest du – durch deren Patronat noch zusätzlich gestärkt – die deiner Sorge anvertrauten Gläubigen so weiden, daß diese fortfahren, täglich in den christlichen Tugenden zu wachsen, eifrig im Hören auf das Wort Gottes, im Ausüben von Werken der Barmherzigkeit und im würdigen Empfang der Sakramente, zumal der Eucharistie, des vom Himmel zum Heil der Menschen gegebenen Lebensbrotes Ebenso seien Freude und Friede des Tröstergeistes mit dir, dem Weihbischof und den dir anvertrauten Gläubigen, die Uns sämtlich lieb und teuer sind.
Das Gloria war mal wieder so ellenlang, daß ich Zeit hatte, zu memorieren, was eine alterwürdige $Aufsichtsperson gesagt hat, als ich meinte, es fiele mir bei konzertanten Messen irgendwann schwer, mir noch die Engel im Himmel zu vergegenwärtigen: „Da ham Se recht. So langarschig singen die det nich.“

Die abschließenden Grußworte waren noch viel länger, darunter aber als Highlight die des Archimandriten Emmanuel Sfiatkos und die humorvolle Einladung an den Archimandriten zu einem Kölsch mit ihm und Bischof Dröge. .oO(Lieber Bruder Dröge…)

Der grade verblichene Loriot war momentweise auch irgendwie sehr gegenwärtig: Für alle die gefragt haben, ja wo laufen Sie denn, wir haben Sie beim Auszug gar nicht gesehen: da hunderte Gläubige auf dem Bebelplatz mitgefeiert haben, waren auch dort Dienste zu versehen. Das war wie mit dem Jodeldiplom: da hatte ich was eigenes. Ich hab den Ausflug an die frische Luft bei Kollekte, Kommunion- und Andachtsbildchenspendung aber eher genossen. Da gestern ein sehr heißer Tag war, erlebte der neue Erzbischof die Kathedrale leider im leicht vorgeglühten Zustand.

Highlights danach: gute Gespräche und schöne Begegnungen bei dem anschließenden kleinen Fest auf dem Hof. Einige Karmelitinnen waren exklaustriert, ein Seminarist in Soutane machte auch optisch was her (Grüße aus Wigratzbad!) und auch die Frage, wie man einen Archimandriten am allerbesten anspricht, konnte einigermaßen geklärt werden.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Und wie spricht man ihn nun an? ;-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Der vorbeikommende Herr Pfarrer riet zum einfachen „Vater“, das fand ich überzeugend. Falls mir der nächste Archimandrit begegnet, bin ich jedenfalls gewappnet…

Stanislaus hat gesagt…

Ja, das Ordinarium zog sich in der Tat. Der neue Erzbischof hatte sich wohl auch im Vorfeld schweren Herzens dazu durchgerungen, das Benedictus zur Kommunion singen zu lassen. Ne, Orchesteressen sind nichts für mich!

Nach dem "Nun danket alle Gott" meinte mein Nachbar zu mir, als wir die Domglocken hörten: "Na da paßt ja der Choral, den wir gerade gesungen haben, ganz gut zur Preußenhochzeit nebenan."

Schade, daß wir uns nicht mehr begegnet sind. Aber ich mußte so gegen 14 Uhr los in Richtung Beeskow.

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