Dienstag, 23. August 2011

Allein für den leben, der mit großer Liebe an sich zieht – hl. Rosa von Lima, Jungfrau



Gott, du Sehnsucht der Menschen,
du hast die heilige Rosa von Lima
mit solcher Liebe an dich gezogen,
daß sie die Welt verließ  und in harter Buße für dich allein lebte.
Hilf uns auf ihre Fürsprache,
unseren Weg durch diese Welt so zu gehen,
daß wir dich,  den unversiegbaren Quell der Freude, finden. (Tagesgebet)

Du hast die heilige Rosa mit solcher Liebe an dich gezogen, daß sie in harter Buße für dich allein lebte. – Ein Leben, wie es die hl. Rosa geführt hat, ist sicherlich nicht leicht zu verstehen, wie manchem heute überhaupt der Gedanke der Sühne oder des freiwilligen Aufsichnehmens von Leiden oder Opfern für andere unverständlich erscheint. Im letzten verstanden werden kann solches nur von Christus her – Christus braucht unsere Leiden und Entbehrungen nicht, manche nehmen aber freiwillig Werke der Buße auf sich, um Christus immer ähnlicher zu werden. Der schwer eingängige Satz des Apostels: Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt, erhält von dorther seinen Sinn. Für andere nehmen manche, je nach ihren Gaben, Opfer auf sich, legen sich Entbehrungen auf, wachen und beten stellvertretend für andere, die das nie tun.

Zu Rosa von Lima habe ich eine besondere Beziehung, nicht nur, weil sie zu den heiligen Jungfrauen gehört, sondern weil die Lebensform einer geweihten Jungfrau zumindest hier herum wahrscheinlich manchmal ähnlich wenig verstanden wird. Schließlich „bekommt“ diejenige ja nichts dafür oder „macht“ nichts. Es liegt mir fern, mich mit einer Heiligen vergleichen zu wollen und es heißt auch nicht, daß mich das besonders niederdrückt, manchmal ist Unverständnis oder auch Geringschätzung dessen, was eine Jungfrau im Propositum verspricht, allerdings schon Teil meines eigenen Kreuzes, das ich mir jedoch nicht ausgesucht habe. Ich bin zu diesem Leben berufen, wenn jemand das nicht versteht, kann ich es auch nicht ändern. Es muß aber vielleicht auch nicht jeder immer alles verstehen.

Der schöne Satz aus dem Tagesgebet über Christus, der mit solcher Liebe an sich zieht, hat auch Eingang in die Darstellungen der hl. Rosa von Lima gefunden. Die Heilige, die den Kranz aus Rosen nicht nur deshalb trägt, weil er zu ihrem Kosenamen (eigentlich hieß sie Isabel, wurde aber wegen ihres hübschen Gesichts Rosa genannt), sondern weil er ein Symbol der Jungfräulichkeit ist, wird vom kindlichen Christus umarmt, an sich gezogen.

Den Fürbitten habe ich heute eine für die geweihten Jungfrauen hinzugefügt. Die hl. Rosa ist die Patronin des ganzen amerikanischen Kontinents. Es ist ein schönes Zeichen, und vielleicht eine geistliche Frucht des Lebens der hl. Rosa, daß der Ordo Virginum gerade in Lateinamerika außerordentlich blüht und ihm so viele geweihte Jungfrauen angehören, daß einige Diözesen sogar ein eigenes Direktorium für sie herausgeben. Mögen die, die Christus mit so großer Liebe an sich zieht, zu jeder Zeit bereit sein, diese Umarmung in großer Liebe und Freiheit zu erwidern.

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