Sonntag, 24. Juli 2011

Laß uns den Haß, das bittere Leid, fortlieben aus der dunklen Zeit

Vor den Anschlägen von Oslo und auf der Insel Utøya steht man fassungslos und auch davor, daß so etwas menschenmöglich ist.

Daß einige Medien sich in der Berichterstattung nun geradezu in der Verwendung des Ausdruckes „christlicher Fundamentalist“ für den Attentäter ergehen, ist einfach Unfug. Der christliche Glaube mag die Heiligen unter uns erklären, nicht aber, daß jemand schlicht gesagt, verrückt geworden ist, einem Wahn erliegt oder vielleicht auch unter einem chemischen Ungleichgewicht in seinem Gehirn leidet.

Die Sichtweise mit dem Fundamentalisten wird selbst dann nicht richtiger, wenn man miteinfließen läßt, daß „Fundamentalist“ heutzutage oft als Synonym für „konservativ“ herhalten muß. Denn was sollte denn das Fundament sein, auf das ein solch vermeintlicher christlicher Fundamentalist beruft, das Konservative, was er bewahren will? Der christliche Glaube ist es jedenfalls nicht. Das Christentum ist eine Religion des Lebens, Gott ist ein Gott des Trostes und des Erbarmens, einer, der die Menschen auffordert: Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.


Norwegen widersteht dem Haß ist auch eine Schlagzeile, eine, die ungleich viel mehr aussagt. Dem Haß widerstehen, sich nicht von ihm anstecken zu lassen, das ist etwas, was die Menschen verbindet. Das Lied Herz Jesu Gottes Opferbrand endet:
Herz Jesu, Trost der ganzen Welt, mach unser Herz zu deinem.
Nimm unsre Herzen ungezählt und mache sie zu einem.
Laß uns den Haß, das bittere Leid, fortlieben aus der dunklen Zeit
laß uns dein Reich erscheinen.
Es bleibt, für die vielen Opfer, für deren Angehörige, die Helfer vor Ort und, ja, auch für den Täter zu beten. Das ist christliches Fundament.

Kommentare:

Sir Thomas Morus hat gesagt…

Auf medrum.de habe ich gerade gelesen, dass der Attentäter Freimaurer war und vom norwegischen Freimaurerorden jetzt ausgeschlossen wurde. In den Medien habe ich davon bis jetzt noch nichts gehört (und dabei wird es wohl auch bleiben ;-)).

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich muß sagen, für Verschwörungstheorien interessiere ich mich nur sehr begrenzt bis überhaupt nicht. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach hilft es überhaupt nicht weiter, einem geistig verwirrten Täter ein Schiebladenetikett aufzukleben, was auch immer draufstehen mag.

Mir war wichtig, festzustellen, daß es im Geiste Jesu und aller friedliebenden Menschen ist, sich nicht vom Haß vergiften zu lassen, sondern sich beizustehen, auch im Gebet füreinander.

Tiberius hat gesagt…

Leider off Topic: Ich bräuchte noch mal ein Rückmeldung zu dem von mir vorgeschlagenen Bloggertreffen.

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