Dienstag, 19. Juli 2011

Juli – Gedächtnis des kostbares Blutes unseres Herrn Jesus Christus

Seit alters her nimmt die Kirche in den meisten Monaten des Jahres bestimmte Glaubensgeheimnisse oder Andachtsformen besonders in den Blick.

Auf den Juni, der besonders der Herz-Jesu-Verehrung gilt, folgt mit dem Juli der Monat der Verehrung des kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus. Das Fest des kostbaren Blutes am 1. Juli fiel dabei in diesem Jahr mit dem Fest des heiligsten Herzens zusammen.

Löst man sich einmal von dem Gedanken, daß diese Verehrung irgendwie zum Ziel hätte, Christus in einzelne Körperteile zu zerlegen und denkt eingehender darüber nach, kommt man zu der Erkenntnis, daß diese Formen der Betrachtung sämtlich Ausdruck der Verehrung des tiefsten Geheimnisses sind: der Menschwerdung Jesu Christi. Wir verehren das Herz des Erlösers, aus dem die Kirche und ihre Sakramente entspringen, weil er Mensch geworden ist und uns zuerst geliebt hat.

Wir verehren die heiligen Wunden Jesu, denn er hat am Kreuz für uns gelitten und diese Wunden für uns getragen. So verehren wir auch das kostbare Blut unseres Erlösers, denn er hat es zu unserem Heil vergossen. Unser Erlöser hat unsere Menschennatur angenommen, er hat wie wir geweint, gelitten und Schmerz empfunden – er ist kein ferner, abstrakter Gott, sondern uns in seiner Menschwerdung gleichgeworden, bis zum Äußersten, dem menschlichen Leben und Sterben.

Diese menschliche Natur Christi verbindet uns mit Gott. Im athanasischen Glaubensbekenntnis heißt es über Christus, der beides ist, wahrer Gott und wahrer Mensch: Einer, aber nicht dadurch, daß die Gottheit in Fleisch verwandelt worden wäre, sondern dadurch, daß Gott die Menschheit angenommen hat. Das ist in der Tat ein ehrfurchteinflößender Gedanke.

Das kostbare Blut des Erlösers hat einen sehr engen Bezug zur Schrift: nicht weniger als fünfundsiebzig Mal wird es allein im Neuen Testament erwähnt. Im Bericht von der Kreuzigung heißt es, daß ein Soldat mit der Lanze in die Seite Jesu stach und sogleich flossen Blut und Wasser heraus. Kostbares Blut unseres Herrn Jesus Christus – wasche mich von meinen Sünden rein ist ein altes Stoßgebet. In der Lesung der heutigen Messe haben wir eine kurze Begegnung mit der Osternacht: Die lange Lesung vom Durchzug durch das Rote Meer – vom Dunkel zum Licht – darf im Wortgottesdienst der Osternacht niemals fehlen, denn sie ist ein Bild der Taufe. Wohin dieses Wasser kommt, dort bleibt alles am Leben.

Eine der sechs von der Kirche zugelassenen Litaneien ist die Litanei vom kostbaren Blut Jesu Christi. Wir beten sie in diesen Tagen besonders für all jene, die in den Ländern Ostafrikas von Vertreibung und Hunger bedroht sind (unser Pfarrer ist gerade dort und hilft vor Ort; zur Gebetswache hier bei Oremus), für die Ungeborenen, und für die, deswegen in Gefahr sind, daß ihr eigenes Blut vergossen wird, weil sie die Taufe empfangen haben, wie Pastor Youcef Nadarkhani (siehe dazu den Artikel bei Kalliopevorleserin). Besonders angemessen ist dabei die Anrufung des kostbaren Blutes Jesu, dem Zeichen des neuen Bundes, von dem es im Hebräerbrief heißt, daß es mächtiger ruft als das Blut Abels.

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Bild: Kreuzigung mit Heiligen von John Collier. Unter dem Kreuz Abraham und Isaak, Jesaja, Johannes (der Jünger, den Jesus liebte), die Gottesmutter Maria, der hl. Franziskus, die kleine hl. Therese, Maria Magdalena und P. Maximilian Kolbe: Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen.

Kommentare:

Giovanni hat gesagt…

Danke für die erinnertung- tatsächlich das sind gute katholische Gebräuche, die man wieder mit Leben füllemn sollte!An Gelegenheiten fehlts ja nie

Braut des Lammes hat gesagt…

Ja, ich hab auch gedacht, es ist schade, wenn sowas in Vergessenheit gerät bzw. geriete. Einige von den besonderen Gedächtnissen und Festen kennt man kaum.

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank! Könntest du mal eine Liste machen, welche Glaubensgeheimnisse in den anderen Monaten dran sind? Ich hätte das gern gewusst.

Luisa,
auf dem Weg nach Rom

Braut des Lammes hat gesagt…

Mach ich gerne. Was ich bisher gefunden hatte ist:

Januar – hl. Name Jesu mit dem entsprechenden Fest

März – hl. Josef

Mai – Gottesmutter Maria, endet in vielen Ländern mit dem Fest Mariä Heimsuchung

Juni – Herz Jesu. Mit dem Herz-Jesu-Fest verbunden ist am Samstag darauf der Gedenktag des unbefleckten Herzens Mariä

Juli - kostbares Blut, Fest des kostbaren Blutes am 1. Juli

September – sieben Schmerzen Mariä mit dem entsprechenden Fest

Oktober - Rosenkranzmonat

November - arme Seelen

Anonym hat gesagt…

Schön! Herzlichen Dank.

Luisa,
die gerade die Fülle des katholischen Kirchen-, Gedenk- und Heiligenjahres entdeckt :)

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