Sonntag, 31. Juli 2011

Gebt ihr ihnen zu essen!

Vor der Hungerkatastrophe in Ostafrika ist das Evangelium des 18. Sonntags von der wunderbaren Brotvermehrung besonders bewegend. Es fällt auf, daß Jesus angesichts der Menschen nicht etwa ein Wunder der Art tut wie Gott beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und einfach Manna vom Himmel regnen läßt. Er sieht die Menschen, die er, dem Vorschlag der Jünger folgend, wegschicken könnte, er sieht, was sie wirklich brauchen, und es heißt: Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!

Manchmal hört man freie Fürbitten wie „beseitige den Hunger in der Welt“. Ich bete hier lieber um Gottes Beistand, auch für die Helfer. Gott handelt durch einfache Menschen, wie er uns auch sein Antlitz im Gesicht des Menschen zeigt.

Diese schöne lllustration aus einem Stundenbuch verdeutlicht dies: die wunderbare Brotvermehrung findet am Tisch des Herrn statt, um den sich nicht nur die Jünger scharen. Auch der Hunger der vielen, die geradezu hinzudrängen, wird gestillt werden.

Gebt ihr ihnen zu essen – das gilt für die hungernden Menschen am Horn von Afrika wie für die Priester bei der Feier der Heiligen Messe: die Jünger sollen etwas tun: den Menschen zu essen zu geben, mit Gottes Hilfe. Wir alle sind aufgerufen, das was wir haben, mit denen zu teilen, die wenig oder gar nichts haben – wie oft kann man durch persönliche Anspruchslosigkeit auch Wege dafür finden.

Von dem, was den Hunger unserer Seele stillen kann, spricht auch die erste Lesung: es ist Gott selbst in den Sakramenten. Vor und nach der heiligen Messe ging mir die schöne Antiphon aus dem Stundengebet im Kopf herum: Ihr die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf! Im ganzen heißt der Psalmvers: Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch; ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf! Denn der Herr hört auf die Armen, er verachtet die Gefangenen nicht.

So ging es mir in der gestrigen Messe mit dem Weihbischof em., der uns eine bewegende Predigt gehalten hat. Auch sonst ist er einer, der die Messe so feiert, daß es wirklich zutrifft, was im Evangelium steht: alle aßen und wurden satt.

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