Freitag, 1. Juli 2011

Das Herz des Erlösers – Heiligstes Herz Jesu


In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

Darstellungen des Erlösers mit dem heiligsten Herzen Jesu erscheinen – zumindest mir – manchmal etwas eigenartig, zum einen, weil der Erlöser sein Herz an einer anatomisch unorthodoxen Stelle trägt, nämlich in der Mitte, zugleich trägt er es gleichsam vor dem Leib. Die Großmutterbilder der heiligsten Herzen Jesu und Mariä sind schwer kitschverdächtig, ich mag sie aber trotzdem.

Daß der Erlöser auf diesen Darstellungen sein Herz so trägt, macht aber deutlich, worum es bei diesem Hochfest, bei der Herz-Jesu-Verehrung überhaupt, geht: das Herz Jesu ist die Mitte der Kirche, der Brennpunkt. Aus dem Herzen des Erlösers strömt alle Liebe und alles Erbarmen Gottes für uns, aus dem Herzen Jesu entspringen die Sakramente der Kirche. Die obere Darstellung des heiligsten Herzens, die sich in einem Klausurgitter befindet, bringt dies implizit zum Ausdruck. Wir sollen auf das Herz Jesu schauen, unser Herz nach dem seinem bilden.

Der heilige Bonaventura hat die enge Verbindung des Herzens Jesu mit seinem Opfertod am Kreuz in seinem Opusculum (wörtlich: das Werkchen) Das Holz des Lebens kurz umrissen:

Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.
Betrachte auch, du erlöster Mensch, wer es ist, der für dich am Kreuz hängt, wie groß und heilig er ist, er, dessen Tod die Toten lebendig macht, bei dessen Hinübergang Himmel und Erde trauerten und harte Felsen zersprangen.

Aus der Seite des am Kreuz entschlafenen Christus sollte die Kirche gebildet werden, und es sollte sich die Schrift erfüllen:
Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. Darum verfügte Gott, daß einer der Soldaten diese Seite durchbohrte und öffnete, Blut und Wasser flossen heraus, der Lösepreis unseres Heils. Ausgegossen aus dem Quell, dem Allerheiligsten des Herzens, sollte dieser Preis den Sakramenten der Kirche die Kraft geben, das Leben der Gnade zu gewähren. Den bereits in Christus Lebenden sollte er der Becher lebendigen Wassers für das ewige Leben sein. …

Du ewiger, unzugänglicher, lauterer und süßer Strom aus der Quelle, die vor den Augen des sterblichen Menschen verborgen ist, deren Tiefe ohne Grund, deren Höhe ohne Grenzen, deren Weite ohne Schranken ist und deren Reinheit nicht getrübt werden kann! Aus ihr entspringt der Fluß, der die Gottstadt erfreut, damit wir unter Jubel und Dank Loblieder singen und uns die Erfahrung bezeuge: Bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.

Kommentare:

Renée hat gesagt…

Sehr, sehr schön! Vielen Dank für Ihre Beteiligung am First Friday Link-up!

Braut des Lammes hat gesagt…

Vielen Dank, und willkommen auf diesem Blog. Das freut mich ja, daß es tatsächlich jemand lesen konnte. Die Idee des Link-ups hat mir sehr gut gefallen.

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