Dienstag, 28. Juni 2011

Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten – hll. Apostel Petrus und Paulus

Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. (1 Kor 1, 23-24)

Es gibt Ikonen, auf denen Petrus und Paulus zusammen die Kirche halten – und es ist so. Petrus, der Fels, auf den sie gegründet ist, und Paulus, der sich an die Heiden gewandt hat und dem wir es durch das Erbarmen Gottes zu verdanken haben, daß wir zum Glauben gekommen sind. Ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für dein Volk Israel singen wir jeden Abend in der Komplet. Diese Heiden, das waren wir einmal, Gottes Volk sind wir. Bis ans Ende der Zeit versammelst du dir ein Volk, damit in deinem Namen das reine Opfer dargebracht werde vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang. Daß wir das im Hochgebet gläubig und vertrauensvoll beten können, gründet sich auf das Wirken und auch Martyrium der hll. Petrus und Paulus.

Welche Wandlung diese beiden durchmachten, um Christus und der Kirche willen, und doch nehmen sie wie wir alle auch in ihre Berufung sich selbst, ihre Fehler und Schwächen mit.

Petrus, ein einfacher, schlichter Mensch, anrührend auch in seinen Schwächen, zugleich der, der den Herrn verrät wie auch der, der durch den See Tiberias auf ihn zuschwimmt, weil ihm gesagt wird: Es ist der Herr! Er wird der Fels, auf dem die Kirche steht, die die Pforten der Hölle nicht überwältigen werden. Er wird der Hirt, der die Lämmer weidet und der nicht feige flieht vor den Wölfen. An einem Kohlenfeuer verrät er den Herrn, an einem anderen erneuert er seine Liebe zu ihm.

Paulus erscheint dagegen vielschichtiger und komplizierter. Wie seltsam, daß ein gläubiger Pharisäer, der Sohn von Pharisäern, berufen wurde, die Heiden zu Christus zu führen. In Demut spricht er von sich selbst als dem Unerwarteten, der Mißgeburt, betont, wie maßlos er die Kirche Gottes zuerst verfolgt hat – und doch: durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin. Diese Gnade befähigt ihn, Christus in unermüdlichen Reisen zu den Menschen zu tragen, sie gibt ihm Kraft im Leiden, ohne dabei bitter zu werden. Fast lakonisch zählt er auf, was ihm alles widerfahren ist – geschlagen, gesteinigt, ausgepeitscht, eingekerkert, schiffbrüchig geworden, Kälte, Hunger, Durst, Verrat, durchwachte Nächste, Sorge um die Gemeinden.

Das Martyrium dieser beiden Säulen der Kirche stellt uns auch vor Augen, daß bis auf den heutigen Tag Christen überall auf der Welt den Tod erleiden, in unserer Zeit sind Christen die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft auf dem Erdkreis. Der Glaube, den die Apostel weitergegeben haben gibt Menschen die Kraft und die Stärke, Christus im Martyrium gleichförmig zu werden. Nos autem praedicamus Christum crucifixum, wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten – die Märtyrer bezeugen das mit ihrem eigenen Leib. In der scheinbaren Schwäche offenbart das Kreuz die Kraft Gottes. „Wie gut ist Gott, daß er mir alle Furcht nimmt und mir Freude und Sehnsucht schenkt“, schrieb Johannes Prassek, einer der Märtyrer aus Lübeck, die am vergangenen Samstag seliggesprochen wurden, vor seiner Hinrichtung in der Zelle.



Einer der ergreifendsten Momente bei einer Priesterweihe ist die Handauflegung, die in vollkommener Stille geschieht. Durch die ununterbrochene Folge von Handauflegungen ist die Vollmacht, die Sakramente zu spenden, von den ersten Aposteln zu den Priestern gelangt, die uns heute die Sakramente spenden. Die Sakramente, die uns Freude und Kraft geben, uns neues Leben schenken, auch in schweren Zeiten. Wie schön und angemessen, daß wir heute in den Fürbitten für Papst Benedikt, unsere Bischöfe und Priester gebetet haben.

In das Fest Peter und Paul mischt sich in diesem Jahr bei mir auch Traurigkeit. Oft mußte ich in den vergangenen Monaten im Gedanken an unseren kranken Alterzbischof an das Wort des Herrn an Petrus denken: Wenn du aber alt geworden bist, wird ein anderer dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Auch das mutet der Herr denen zu, die ihm nachfolgen, und auch das zu ertragen schenkt er uns die Kraft.

1 Kommentar:

die fuelle hat gesagt…

woher sind diese wunderbaren ikonen? überhaupt die bilder, die mir immer gut gefallen. danke gleich mal. mf

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