Freitag, 10. Juni 2011

Wir haben seine Herrlichkeit gesehen – vor Pfingsten

Die fünfzig Tage der Osterzeit gehen zu Ende, mit ihnen die Lesungen aus dem Johannesevangelium. Ich staune immer wieder aufs neue, wie wunderbar das Johannesevangelium ist und wie vollkommen der Evangelist uns das Mysterium nahebringt. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.


Das Judentum feiert etwa fünfzig Tage nach Pessach Schawout, ein Erntefest, da auch den Namen Tag der Erstfrüchte trägt. Unsere Erstlingsgabe, die vornehmste Frucht, ist Jesus Christus selbst.

O schöner Baum, es glänzt an dir des Purpurs königliche Zier; von allen auserwählter Stamm, du trägst das reine Gotteslamm

heißt es in dem wunderbaren Hymnus Vexilla Regis des Venantius Fortunatus. In der lateinischen Kirche feiern wir Pfingsten in roten Paramenten. Rot ist die Farbe des Blutes, auch die der Feuerzungen des Heiligen Geistes. In den Ostkirchen wird diese Verbindung zwischen Ernte, Erstlingsgabe und Pfingsten dadurch deutlich, daß sie für Pfingsten und die folgenden Heiligenfeste bis zum Fest Peter und Paul in grüne Paramente nimmt und die Kirche reich mit frischem Grün geschmückt wird. Grün ist die Farbe des beginnenden Lebens der Kirche, des austreibenden Holz des Kreuzes – daher ist meist auch die liturgische Farbe des Festes Kreuzerhöhung und des Palmsonntags grün.





Die Lesungen aus dem Johannesevangelium in der Osterzeit enden vor Pfingsten mit dem Hirtenauftrag an Petrus und der Feststellung:
Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist. Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müßte.
Dies faßt meiner Ansicht nach auch das ganze Geschehen dessen, was Gott für uns getan hat, zusammen: die Gnade seiner Menschwerdung, seines Leidens und Sterbens, unserer Erlösung, der Sendung des Beistands, des Heiligen Geistes. Wenn man das versuchen wollte zu fassen, die ganze Welt würde nicht hinreichen für die Worte.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Braut,

aus welcher orthodoxen Kirche stammen die wunderschönen Fotographien? - Danke für den inspirierenden Beitrag.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ganz genau habe ich das bis jetzt nicht herausbekommen können, nur daß es sich um den byzantinischen Ritus handelt.

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