Samstag, 25. Juni 2011

Nostalgia – die Berliner Fronleichnamsprozession 1928

Die Hedwigskirche, zwei Jahre vor der Erhebung zur Kathedrale,
wie sie 1928 einmal ausgesehen hat. Damals war sie noch Basilica minor.
Die Prozession zieht die Behrenstraße hinunter.
Im Zug der Reichskanzler und mehrere Minister.
(Das würde ich heute einmal gern sehen…)
Ein Steinwurf von der Kathedrale entfernt, in der Behrenstraße
 (das muß einer der Außenaltäre gewesen sein).
Der Weihbischof in Berlin spendet den sakramentalen Segen.
Das Allerheiligste zieht über den Opernplatz  an der StaatsoperUnter den Linden vorbei.
Wieso das Bundesarchiv die Monstranz eine „geheiligte Reliquie“ nennt, bleibt sein
Geheimnis.  (Wir verzeihen ihm aber gern, da es die schönen Fotos aufgehoben hat.)
der Prozessionszug vor den Stufen der Kathedrale
der Zug der Ordensbrüder (oh, so viele!)…
…und die Schwestern beim Segen (oh, so viele!!)
Und so hat die zu Allerheiligen 1773 geweihte Kathedrale
damals von innen ausgesehen, vor den Verheerungen des
zweiten Weltkriegs. Am 1. März 1943 war alles in einer
einzigen  Nacht dahin. Meine Güte, wenn wir das noch hätten,
wär das wunderschön…

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Klasse! Auf solche Bilder steh ich wirklich :) Aber beim vierten hätte ich fast gedacht, du hast gefaked und den guten Alipius reinbebastelt :)

Maria Magdalena hat gesagt…

Die Zehlendorfer Ursulinen sind inzwischen nach Bayern umgezogen - und es waren zuletzt auch nicht mehr viele.

Stefan hat gesagt…

Was die Messgewänder angeht finde ich diese Fotos das beste Beispiel für die barocke Verirrung. Ein bisschen und auch ein bisschen mehr geblümte Tapete, fernab von christlicher Symbolik.

Braut des Lammes hat gesagt…

@ Magdalena: Ja, wirklich schade. (In ketzerischen Momenten frag ich mich, ob die Ursulinen mehr Nachwuchs hätten, wenn sie ihren kultigen Habit nicht geändert hätten.)

Braut des Lammes hat gesagt…

Stefan – das find ich seit mehreren Jahren zunehmend weniger. Meist finden sich nämlich inmitten der barocken Tapete durchaus wunderschöne figürliche Darstellungen, wo man sie sieht – auf dem Rücken etwa – aber das Thema Rücken hatten wir ja schon. Außerdem sind diese Gewänder handwerklich so hochwertig verarbeitet, daß man spürt: Hier hat sich jemand die ganze Arbeit zum Lob und zur Verherrlichung Gottes gemacht, und ein anderer trägt sie aus genau diesem Grund.

Hier ein Beispiel aus der heutigen "Meßgewandgestaltung": Forget angry birds – give it up for angry crosses.
http://badvestments.blogspot.com/2011/04/forget-angry-birds.html
Ich will nicht mit dem uralten Spruch von dem fünfjährigen daherkommen, der das besser kann, aber genauso ist es.

Anonym hat gesagt…

Zum Aussehen der Berliner Hedwigskathedrale hätte ich nur eine Frage: M.W. ist die Kathedrale - im Zusammenhang mit der Errichtung des Bistums Berlin - um 1930 umgebaut worden. Wurde da auch das Innere verändert?

Zwetschgenkrampus

Braut des Lammes hat gesagt…

Meines Wissens wurde die Kathedrale erst nach dem Zweiten Weltkrieg grundlegend umgestaltet – Jahre nach der Ausbombung hat man sie dann wieder aufgebaut und das Innere mit dem „Schwippertschen Loch“ versehen.

Zu irgendeinem früheren Zeitpunkt war auch die jetzige zweigeschossige Sakristei unter der kleineren Kuppel eine Sakramentskapelle, wann sich diese Änderung ergeben hat, weiß ich nicht.

Anonym hat gesagt…

Danke für die Auskunft.

In der pöhsen alten Zeit ("vor dem Konzil") war es für Kathedralen und ähnliche Kirchen Vorschrift, daß sich der Tabernakel mit der hl. Reserve nicht, wie sonst üblich am Hochaltar, sondern auf einem eigenen Sakramentsaltar (an dem wiederum nicht zelebriert wurde) befand. Viele alte Kirchen hatten eine eigene Sakramentskapelle. So berichtet auch Papst Benedikt in seiner Autobiographie, daß in einer Kirche, in der er als Kind ministrierte, sich eine solche Kapelle befand - weil sie ein "Münster" war (ursprünglich eine Klosterkirche). In Berlin wird die "Umwidmung" der Kapelle zur Sakristei vielleicht im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Messe erfolgt sein.

Zwetschgenkrampus

PeterPascal hat gesagt…

Um welchen Männerorden
handelt es sich hier auf einen der Bilder

Braut des Lammes hat gesagt…

Das ist nach all der Zeit ein wenig schwierig, definitiv zu sagen. Ich vermute, die Franziskaner, vom Habit her stimmt es, und diese hatten meines Wissens in Berlin Niederlassungen

PeterPascal hat gesagt…

Ich denke auch das es der Orden der Franziskaner ist. Aber die mir bekannten Orden sind es nicht (z.B. Franziskaner vom Hl. Kreuz)

Anonym hat gesagt…

Betr. Frage Männerorden: Meines Wissens tragen die Minderbrüder (OFM, OFMConv und OFMCap) kein Skapulier. Würde daher die Identifikation der Ordensbrüder als Franziskaner eher nicht unterschreiben. Alternativvorschlag: Barmherzige Brüder des Johannes von Gott schon eher - als Spitalbrüder hatten die zumindest in der österr. Ordensprovinz immer das Skapulier, und auch den großen Rosenkranz. Auch trägt dieser Orden Schuhe (auf dem Bild zu sehen), was die Franziskaner ja traditionell nicht tun (Sandalen).

Zwetschgenkrampus

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