Donnerstag, 2. Juni 2011

Ich bin bei euch und niemand ist wider euch – Christi Himmelfahrt

Nachdem Du das Heilswerk für uns vollbracht und das Irdische mit dem Himmlischen wieder vereint, fuhrst du glorreich, Christus, unser Gott, zum Himmel auf, bist aber nicht von uns geschieden, nein, ungetrennt geblieben und rufst denen zu, die dich lieben: Ich bin bei euch und niemand ist wider euch! (Kontakion der Ostkirchen)

Obwohl die freudenreiche Osterzeit über Christi Himmelfahrt hinaus andauert, habe ich mich mit der Freude an diesem Hochfest bisher oft ein wenig schwergetan – es ist und bleibt ein Abschied. Vielleicht ein ähnliches Gefühl, wie ich es seinerzeit beim Anblick des Kometen Hale-Bopp empfunden habe und dabei wußte, daß ich diesen Kometen zu meinen Lebzeiten nicht wiedersehe – es ist in diesem Augenblick ein Abschied auf immer. Christus selbst spricht seinen Jüngern von dieser Trauer:
Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.
Indem ich die Freuden und Leiden des Kirchenjahres mit durchlebe, merke ich immer wieder, wie sehr sie meine Freuden und Leiden sind. Jesus geht fort und gleich den Emmausjüngern möchte ich eigentlich lieber zu ihm sagen: Bleib doch bei uns, denn es wird schon Abend. Abschied, wenn auch keiner auf immer, daran glauben wir: Aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des Vaters, von dort wird er wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Von dieser Gewißheit sprechen schon die Engel in der Apostelgeschichte:
Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.
In diesem Jahr ist mir ein Gedanke sehr bewußt geworden: Christi Himmelfahrt betrachtet in besonderer Weise das Königtum Christi. Es ist gewissermaßen eine Vorausschau auf das Christkönigsfest. Die Ankündigung des Beistands und die Rückkehr zum Vater zeigt das Ende und den Erfolg seines Wirkens auf Erden an. Alles, was er zu tun gekommen war, hat er vollbracht. Indem er zum Vater zurückkehrt und sich zu seiner Rechten setzt, geht er uns voraus, um uns einen Platz zu bereiten. Er verspricht uns das ewige Leben.

In den Gestalten seines Leibes und Blutes, in der Begegnung mit ihm in den Sakramenten bleibt er bei uns – nicht von uns geschieden und ungetrennt geblieben.
Er, der in den Himmel aufgefahren ist, verläßt die nicht, die er als Kinder angenommen hat; er ermutigt hier unten zur Geduld, und lädt in der Höhe zur Herrlichkeit ein. An seiner Herrlichkeit lasse er selbst uns teilhaben, Christus, der König der Herrlichkeit, der Gott ist, gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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