Montag, 6. Juni 2011

Hair!


Jetzt, wo ich mir die Haare grad so aufstecke wie Katherine Hepburn – sobald ich in den Regen komme, ist mein Haar übrigens auch beinahe genauso kraus –, falle ich passenderweise in den Kontorstil der frühen Berufsjahre zurück: „Der guten Ordnung halber teile ich Ihnen mit…“ („Der guten Ordnung halber“ schreibt man meist, wenn sich der Adressat irgendwann oder irgendwo mißliebig gemacht hat oder aber, wenn man sonst nichts zu sagen hat – ansonsten würde man einfach mitteilen oder sonstwas.)

Die Inhaber des genannten Schiffahrtskontors (ein altehrwürdiges hanseatisches Haus) pflegten auch gerne mal „unsere Handakte zum gefälligen Verbleib“ zu versenden. Die Frage, ob es auch Fußakten gäbe, hab ich mir glücklicherweise versagt. Eine Nicht-Handakte ist einfach ziemlich unhandlich, weil sie etwa die Breite eines ganzen Zimmers hat. Weitere Bürostilblüten – mit Dank an die liebe Familie: „In der Hoffnung, keine Fehlbitte getan zu haben, verbleibe ich…“ Nein, das habe ich (noch) nicht geschrieben.

Katharine Hepburn in Desk Set (Eine Frau, die alles kennt)
Desk Set (Eine Frau, die alles kennt) Anscheinend liegen Ballerinenknoten und ähnliches grade voll im Trend. Zum Haareaufstecken und -flechten, detailliert mit Anleitungen und Bildern hier ein hübscher Link. Als meine Uroma starb, war ich leider zu jung, als daß ich sie hätte detailliert fragen können, wie sie es macht, daß das Haar den ganzen Tag oben bleibt oder wie man es zu diesen lustigen viereckigen und flachen Knoten einschlägt. Später gabs dann diese Lederspangen mit Durchsteckstäbchen aus Holz, mit denen man seinen Zopf einrollen und festpinnen konnte. Die waren ungeheuer praktisch und langlebig. Wahrscheinlich kann man sie eben deshalb nicht mehr kaufen.

Wie ich überhaupt darauf komme? Der Apostel findet, daß es eine Ehre für die Frau ist, langes Haar zu tragen. Lange Haare im Sommer können einem allerdings leicht mal das Gefühl geben, eine Pelzmütze zu tragen, also ist Frisurwechsel angesagt.

Kommentare:

Silvia hat gesagt…

Danke für den Link :-)
So eine Spange mit Stäbchen zum Durchstecken habe ich aber auch noch, ist schon jahrelang in Gebrauch, nur das meine aus Metall ist...

Braut des Lammes hat gesagt…

Meine ist in den Wirren diverser Zeiten und Umzüge früherer Jahre leider irgendwo auf der Strecke geblieben. Jetzt scheint es nur noch diese Plastik"spinnen" zu geben, mit einem Plastikstäbchen. Abgesehen davon, daß Plastik im Unterschied zum Leder nicht flexibel ist: nach einigen Malen durchstecken sagte das Stäbchen "kracks!" und das wars.

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