Dienstag, 21. Juni 2011

Gott lieben und seine Gebote erfüllen – hl. Aloysius Gonzaga

Wir erkennen, daß wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen. (Joh 5,2)
An mehreren Stellen betonen die Texte des Meßbuches die Reinheit und Unschuld des jungen Heiligen: das Tages- und das Schlußgebet sprechen von seiner Unschuld, das Gabengebet sieht ihn stets im hochzeitlichen Gewand der Gnade.

Tatsächlich ist der hl. Aloysius einer der männlichen Heiligen, die Schutzpatrone der jungfräulichen Menschen sind. Dies hat sicher auch damit zu tun, daß er früh vollendet wurde: schon mit dreiundzwanzig starb Aloysius von Gonzaga an einer epidemischen Krankheit, wahrscheinlich der Pest, die er sich bei der unermüdlichen Pflege Seuchenkranker zugezogen hatte und starb nach dreimonatigem Ringen mit dem Tode. Es waren ihm nur sechs kurze Jahre im Priesterseminar der Jesuiten vergönnt und doch sticht er unter der Zahl an intelligenten und reichbegabten jungen Männer von Adel heraus, die in der Zeit der italienischen Renaissance in den Jesuitenorden eintraten – Aloysius war ein Heiliger.

Aloysius Gonzaga war der älteste Sohn des Grafen von Mantua. Sein Vater setzte ehrgeizige Hoffnungen ihn ihn, er wollte daß sein Sohn eine politische oder militärische Laufbahn einschlage, dieser interessierte sich jedoch nur für geistliche Dinge und fiel schon in jungen Jahren durch seine Frömmigkeit auf. Bereits im Alter von elf Jahren brachte er armem Kindern den Katechismus bei, fastete dreimal in der Woche und legte sich weitere Entsagungen auf. Mit dreizehn begleitete er seine Eltern an den Hof Philips II., wo er Page wurde. Je mehr er vom Leben des Hofes mitbekam, desto mehr Bücher über das Leben der Heiligen las er. Als ihm die Lebensbeschreibung eines Jesuiten in der indischen Mission in die Hände kam, wählte er den Jesuitenorden, obwohl er eigentlich bei den unbeschuhten Karmeliten hatte eintreten wollen. Nachdem er den Entschluß einmal gefaßt hatte, mußte er vier lange Jahre auf das Einverständnis seines Vaters warten.

Eigentlich von heftiger Gemütsart, war Aloysius im Noviziat von großer Gleichmut und von tiefem innerem Frieden erfüllt. Als man ihn fragte, was er tun würde, wenn er wüßte, er müsse in einer halben Stunde sterben, antwortete er, er würde einfach mit dem weitermachen, was er gerade täte.

Als 1590 eine Hungernot in Italien herrschte und anschließend eine Seuche ausbrach, richteten die Jesuiten in Rom ein Hospital ein. Da Aloysius die Patienten zu waschen und deren Betten zu machen hatte, steckte er sich an. Trotz hohen Fiebers versuchte er so lange wie möglich, sein Gebetsleben aufrechtzuerhalten. Er starb 1591 in der Oktav des Hochfests Fronleichnam.

Wir erkennen, daß wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen. Seine Gebote sind nicht schwer, heißt es im heutigen Tagesevangelium. Es stimmt: Gottes Gebote sind eigentlich nicht schwer, und doch, wie schwer tun wir uns manchmal, sie zu halten. Für den heiligen Aloisius Gonzaga waren sie tatsächlich nicht schwer. Er machte einfach mit dem weiter, was er gerade tat – Gott zu lieben und seine Gebote zu erfüllen.
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Bild: unbekannter Maler des 17. Jahrhunderts. (Ein unkitschiges Bild dieses schlichten Heiligen zu finden, ist tatsächlich nicht so leicht) Die weiße Lilie ist ein Symbol der Jungfräulichkeit. Zu den anderen ikonographischen Heiligenattributen des hl. Aloysius gehören das Kruzifix, und der Totenschädel (das Sinnbild seines frühen Todes). Auf einigen Darstellungen halten Engel die Krone des Sieges für ihn bereit. Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, daß Jesus der Sohn Gottes ist?

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