Donnerstag, 2. Juni 2011

Ascensio Domini – die Auffahrt des Herrn

Im Gespräch nach der Heiligen Messe heute die Frage an mich, ob ich eigentlich an die Himmelfahrt glaube und daß sie sich so zugetragen habe? (Die Antwort auf die Frage ist schlicht ja – wenn Christus auferstanden ist, dann ist er auch verherrlicht. Für theologische Auslegungen ist der Pfarrer auf jeden Fall der Berufenere, hier war aber ja nun ausdrücklich ich gefragt).

Nur zwei der Evangelisten berichten von der Entrückung Jesu:
Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. (Mk 16,19)
Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben (Lk 24,51)
Darstellungen der Heimkehr Jesu zu seinem Vater erscheinen in der christlichen Ikonographie erstmals Anfang des 4. Jahrhunderts und sind sehr verschieden: es gibt den Christus, der nach oben entschwindet, meist auf einer Wolke; manchmal sieht man in der Aufwärtsbewegung nur noch seine Füße (die Predigt des vergangenen Jahres stellte etwas flapsig die Frage, ob man sich Christus als „kosmische Rakete“ vorzustellen habe?). Es gibt Ikonen, auf denen ihn eine Mandorla umgibt, die sich wie eine Art Auge oder Tür in den Himmel hinein auftut, und es gibt Darstellungen, die nur die Zurückbleibenden zeigen und zwei Fußspuren auf dem Boden, wo der Herr zuvor gestanden hat.


Frühe Himmelfahrtsdarstellung aus Elfenbein (um 400).
Hier ergreift Christus die Hand des Vaters und steigt aus eigener Kraft zu ihm hinauf.


Ikone der Himmelfahrt. Die blauen und roten Gewänder der Engel symbolisieren die göttliche und die menschliche Natur Christi.


Miniatur in einer alten Handschrift. Die Farben der Engelsgewänder greifen entweder dieselbe Symbolik auf oder stehen für Jungfräulichkeit (weiß) und Martyrium (rot).

Bilderbuch

Sich auf die Art und Weise, wie die Entrückung genau vor sich gegangen ist, zu konzentrieren, verfehlt aber, glaube ich, die eigentliche Frage: Warum mußte das alles geschehen und was passiert bei der Verherrlichung Christi jeweils im Himmel und auf Erden? Auf Erden – ja, was ist mit den Zurückbleibenden? Unser Pfarrer meinte heute, eine gute Antwort auf die Frage, „Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“ wäre gewesen „Wir warten auf den Heiligen Geist!“ Was passiert im Himmel? Christus hat sein irdisches Werk vollbracht und sitzt zur Rechten des Vaters. Er wird eingesetzt als Haupt der Kirche: Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus, den König der Herrlichkeit. Denn er ist heute als Sieger über Sünde und Tod aufgefahren in den Himmel. Die Engel schauen den Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung. Er kehrt zu dir heim, nicht um uns Menschen zu verlassen, er gibt den Gliedern seines Leibes die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen, wohin er als erster vorausging. (Präfation von Christi Himmelfahrt)

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