Freitag, 6. Mai 2011

Süßes Holz, o süße Nägel – die Arma Christi

Vittorio Carpaccio, 1496
unbekannter elsässischer Meister, um 1450
Geertgen tot Sint Jans, 1486
Pietro Perugino, um 1470

Bei Dismas findet man einen schönen Beitrag über das Fest der heiligen Lanze, das in der Liturgie zu den Wegbereitern der Herz-Jesu-Verehrung gehört.
Süße Lanze, Gottes Seite
Netze dich mit ihrem Blut!
Süßer Speer, aus Gottes Herzen
Rötet dich in Gnadenflut!
Rettung finden alle Sünder
Still in Gottes Gnadenglut.
Das Eingangswort des Verses, Süße Lanze…, mag den einen oder anderen etwas seltsam anmuten; manchem ist das auch zu blumig, na also, süße Lanze, netze dich mit ihrem Blut, ob das für den Herrn jetzt so toll war? Solche Darstellungen sind jedoch meilenweit entfernt von der Verherrlichung oder Verkitschung des Leidens an sich, sie sind reiner Lobpreis Gottes und seiner unendlichen Gnade und Barmherzigkeit.


So finden sich in der christlichen Ikonographie vielfach Darstellungen des Schmerzensmannes mit den Leidenswerkzeugen, die oft umrahmt sind von vier Engeln, die diese Leidenswerkzeuge, die Arma Christi, halten. Ähnliches finden wir in dem wirklich wunderbaren Laudeshymnus der heiligen Woche und dem des Festes Kreuzerhöhung: Heilig Kreuz, du Baum der Treue:
Süßes Holz o süße Nägel,
welche süße Last an euch!
Ich denke, daß diese Betrachtung, die selbst die Leidenswerkzeuge des Herrn mit hineinnimmt in die Lobpreisung, wirklich nur vom Heil des Kreuzes und vom Licht von Ostern her gesehen und auch verstanden werden kann. So fährt der Hymnus ja unmittelbar darauf auch mit der Gnadenflut fort, die sich aus dem Herzen Christi über uns ergießt. Welche Worte findet nicht das Exsultet, um dies zu besingen?
O unfaßbare Liebe des Vaters: Um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn dahin! O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat. O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden! O wahrhaft selige Nacht, dir allein war es vergönnt, die Stunde zu kennen, in der Christus erstand von den Toten. Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: „Die Nacht wird hell wie der Tag, wie strahlendes Licht wird die Nacht mich umgeben.“ Der Glanz dieser heiligen Nacht nimmt den Frevel hinweg, reinigt von Schuld, gibt den Sündern die Unschuld, den Trauernden Freude. Weit vertreibt sie den Haß, sie einigt die Herzen und beugt die Gewalten.

Auferstandener mit Wundmalen

Kommentare:

jos.m.betle hat gesagt…

Schön, gefällt mir mir gut.
Die Werkzeuge des Herrn sind ja Leidenswerkzeuge. Das sollte uns immer klar sein.
Es geht um wirkliches Leiden (er-tragen)und nicht darum, dass man leidend ist.

So sieht der Auferstandene wirklich aus:
http://ruferstimme.blogspot.com/2011/03/heilige-tucher.html

U. hat gesagt…

Habe hier bei den Kirchenmusikern der dt.sprachigen Schweiz was aus der Tagespost dazu gefunden:

http://www.rkv.ch/archiv/mgd-pdf/08_mgd/086_steimer-jesulein.pdf

In der jetzigen Kirchenjahreszeit haben wir das gleiche Phänomen auch mit den Süßen Glocken ;)

In einer Predigt habe ich dazu mal die Übertragung von "süß" als "heilig" gehört.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...