Sonntag, 1. Mai 2011

Mein Herr und mein Gott! – weißer Sonntag



Eine kurze Begegnung mit dem Evangelium des heutigen Sonntags habe ich in jeder hl. Messe – wenn der Priester bei der Elevation Leib und Blut Christi erhebt: Mein Herr und mein Gott!

Zugleich setzt Jesus in diesem Evangelium das Bußsakrament ein: Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Faszinierend in diesem Evangelium finde ich, neben Thomas, der sich zu fragen traut, was er wissen will, den Fakt, daß der Herr hier einerseits durch die verschlossene Tür eintritt – also Eigenschaften des Göttlichen zeigt und sich nicht nach den Gesetzen der Natur richtet. Zugleich trägt sein auferstandener Leib, den Maria von Magdala nicht hatte berühren dürfen – Denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen – hier aber die Wundmale.

Der hl. Gregor predigt darüber:
Der Herr bot seinen Leib der Berührung, seinen Leib, mit dem er bei verschlossenen Türen gekommen war. Indem er seinen Leib nach der Auferstehung als unvergänglich und zugleich berührbar zeigt, tut er zwei wunderbare Eigenschaften kund, die dem menschlichen Verstand nahezu entgegengesetzt erscheinen. Denn notwendigerweise ist etwas, das berührt werden kann, der Veränderung und dem Vergehen unterworfen, und umgekehrt geht etwas, das nicht berührt werden kann, nicht zugrunde. Er erweist sich also sowohl als der Vergänglichkeit entzogen wie auch als berührbar, um zu beweisen, daß sein Leib nach der Auferstehung von derselben Natur, aber von einer anderen Herrlichkeit war

Ich überlege, ob der Herr die Wundmale nicht getragen hat, weil sie ihn in all seiner Verherrlichung zugleich menschlich und weniger furchterregend erscheinen lassen, und dem heiligen Thomas zum Trost. Ich finde es sehr anrührend, daß der Herr nicht ungehalten über den Zweifel des Thomas ist, sondern sogar eigens wegen ihm zu kommen scheint – zum einen, weil Thomas wahrscheinlich unter der sehr menschlichen Empfindung leidet, etwas Wichtiges verpaßt zu haben. Zum anderen, nicht um mit ihm zu rechten, sondern ihm sehr gütig den Zweifel zu nehmen.

So schreibt der hl. Gregor auch an anderer Stelle:
Der Unglaube des Thomas nützte uns mehr zum Glauben als der Glaube der übrigen Jünger. Denn indem er durch die Berührung zum Glauben zurückgeführt wird, wird unser Herz im Glauben gefestigt und wirft allen Zweifel hinter sich.

Kommentare:

Dismas hat gesagt…

Danke für ein wunderschönen Beitrag!

Braut des Lammes hat gesagt…

Oh, danke, das von Dir, freut mich sehr.

BTW: Hättest du was dagegen, wenn ich auf deine wunderschönen Bilder (wie kommentiert) mit Ortsnennung verlinke?

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