Montag, 23. Mai 2011

Die Wohnung


Im gestrigen Tagesevangelium hieß es:
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. (Joh 14, 1-3)
Das ist unser endgültiges Ziel, etwas, woran ich schon einmal im Angesicht des Todes denken durfte und dabei ganz ruhig blieb. (Da war übrigens nichts mit „das Leben noch einmal an sich vorüberziehen sehen“. Nur die Gewißheit, daß dies das Ende meines Lebens sein würde und der Einzug in eine dieser Wohnungen. Heutzutage hätte gern wenigstens vorher noch einen Priester bei mir gehabt, was in mir inzwischen auch das Bedürfnis verstärkt hat, einigermaßen „versehen“ zu sein.) Wie die Wohnung, die für mich – und für die vielen – vorbereitet ist, wohl einmal aussehen wird?

Im heutigen Evangelium nun:
Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. (Joh 14, 23)
Dieses Bild finde ich mindestens genauso schön. Wie sieht die Wohnung aus, die ich Jesus und dem Vater bereite? Es wär schon gut, wenn es eine schöne wäre, aber wenn sie auch armselig ist, er kommt trotzdem und wohnt darin, das ist eigentlich die größte Gnade überhaupt. Sehr anschaulich hat das Bach in seinem Weihnachtsoratorium ausgedrückt:
Zwar ist solche Herzensstube
wohl kein schöner Fürstensaal,
sondern eine finstre Grube;
doch sobald dein Gnadenstrahl
in denselben nur wird blinken,
wird es voller Sonnen dünken.
In den Sakramenten scheut sich Jesus Christus selbst nicht, diese finstere Grube zu betreten – wenn wir wollen, täglich.

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